Eutrophierung – Überdüngung von Gewässern mit Pflanzennährstoffen – findet meistens in langsam fließenden oder stehenden Gewässern statt. Durch menschliche Eingriffe kann sie jedoch zur ernsthaften Gefahr für weit größere Wasserreservoirs werden: Für Meere. Aktuell ist Eutrophierung das größte ökologische Problem in der gesamten Ostsee. Was steht dahinter? Stickstoffverbindungen und Phosphate: Diese gehen grundsätzlich auf Düngemitteln und Abwasser aus dem kommunalen Bereich zurück (Exkremente, Waschmittel). Lösung dieses Problems wird erschwert durch komplexe ökologische Merkmale, gesellschaftliche Unterschiede zwischen den jeweiligen Ostsee-Anrainerstaaten und, last but not least, ihre Vielzahl. Die Ostsee-Akteure sind schwer – was die Eutrophierung angeht – an einen Tisch zu bringen. Was das jedes Jahr in Praxis bedeutet, zeigt folgende Aufnahme des ESA-Satelliten Envisat:

Foto: extreme Algenblüte in der Ostsee, 2010 / Envisat MERIS, ESA
Das Finnische Institut für Internationale Angelegenheiten – FIIA – veröffentlichte einen FIIA-Bericht über die gesellschaftlichen Herausforderungen bei der Eutrophierung-Prävention in der Ostsee. Das ultimative Ziel des PROBALT-Berichtes ist es, Ostseeschutz – in Bezug auf Eutrophierung - ins reale Leben zu holen.
Um unser Hausmeer effektiver zu schützen, muss auf nationaler, regionaler aber auch auf der EU-Ebene Klartext gesprochen werden. Die wahren Ursachen sind auf dem Land auszumachen, nicht auf dem Meer. Es wird oft und gerne darüber geschrieben, dass der schlechte Zustand der Ostsee aber auch anderer Meere und Ozeane grundsätzlich auf Schiffe – in diesem Zusammenhang reißerisch als Dreckschleuder bezeichnet – zurückzuführen ist. Doch das stimmt nicht.
Eine wirksame Bekämpfung dieses Problems – der Eutrophierung – ist nur in innerhalb einer Zusammenarbeit möglich. Der Bericht nennt vier Maßnahmen, die auf der Grundlage der Fallstudien basierend, dringend benötigt und vorgeschlagen werden. Diese äußerst spannende Lektüre, unter der Ägide von Mia Pihlajamäki únd Nina Tynkkynen (eds.) verfasst, steht unter diesem Link gebührenfrei zum Download bereit.
