Archive for Juli, 2009

Hansa-Stavanger-Petition!


2009
07.27

Steffen Eilts, Nadja Köppen und Julia Petzold,  drei Studenten aus Elsfleth (Kreis Wesermarsch) wollen ihrem ehemaligen Kommilitonen helfen, der an Bord des vor Somalia entführten Containerfrachters “Hansa Stavanger” mit der Crew gefangen gehalten wird. Frederik E. (27) fährt als zweiter Offizier auf diesem Schiff.
Die Studenten starteten eine Unterschriftenaktion und wollen damit den Druck auf den Reeder erhöhen. Sie hätten den Eindruck, er habe bisher nicht alles getan, um die Verhandlungen mit den Piraten erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Auch ich unterstütze diese Aktion, denn die langen Verhandlungen gefährden Menschenleben und es handelt sich nicht um lebensmüde Segler, wie vor einem Jahr, sondern um Menschen, die dort ihrer Arbeit nachkommen mussten, im Auftrag eines deutschen Arbeitgebers.

Die Petition soll am 4. August, exakt vier Monate nach der Entführung des Schiffes, in Hamburg dem Reeder übergeben werden. „500 Unterschriften halte ich bis dahin für realistisch”, sagte Nadja Köppen.
Über 500 gibt es schon heute.

Hansa-Stavanger-Petition:

http://www.gopetition.com/petitions/hansa-stavanger/sign.html

Zwei Fähren sind vor Schweden kollidiert


2009
07.24

Zwei Passagierfähren sind am Donnerstag bei dichtem Nebel vor der schwedischen Küste zusammengestoßen. Wie nationale Medien berichteten, wurden dabei mehr als 20 Menschen verletzt, fünf kamen ins Krankenhaus. Der Unfall passierte bei Nynäshamn, rund 60 Kilometer südwestlich von Stockholm. Nynäshamn ist ein Haupthafen für Fähren, die die Route zwischen dem schwedischen Festland und der Insel Gotland befahren.

Foto: HSC Gotland / Roland Hejdström / www.ferry-site.dk

Foto: HSC Gotland / Roland Hejdström / www.ferry-site.dk

Eine der Fähren war die “MS Gotland” mit etwa 1500 Menschen an Bord. Die andere Fähre, die “HSC Gotland”, ist ungefähr halb so groß. Beide Schiffe machten unterdessen in Nynashamn fest. Die 1870 Passagiere wurden nach Polizeiangaben in Sicherheit gebracht. Experten untersuchten die Schäden an den Schiffen.

Historisches “Ja” aus Brüssel…


2009
07.23

Die Europäische Kommission hat die 251 Millionen Euro Beihilfen für die Stocznia Gdańska Werft im polnischen Gdańsk (Danzig) genehmigt. Das Unternehmen habe vor kurzem einen Umstrukturierungsplan vorgelegt, der seine Rentabilität gewährleiste, so die Begründung der Behörde in Brüssel. Dafür werden manche Sparten geschlossen werden: Im Herbst verlieren ca. 400 Werftarbeiter ihren Job.
Der Brüsseler Entscheidung gingen jahrelange Verhandlungen voran zwischen Polen und den obersten EU-Wettbewerbshütern, der EU- Kommission. Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gab zu, es sei einer der langwierigsten und schwierigsten Fälle gewesen, an denen sie je arbeitete.
Ein “Nein” der Niederländerin hätte bedeutet, dass der Eigentümer, der ukrainische Industriekonzern ISD, die Hilfen hätte zurückzahlen müssen. Dies würde die Werft zahlungsunfähig machen.

Deutsche Seeschifffahrt, Juli-August 2009


2009
07.22

Dieses Mal geht es bei 4mare.com um eine Premiere!

“Deutsche Seeschifffahrt” darf durchaus auf ihrem Umschlag als “Zeitschrift des Verbandes Deutscher Reeder” bezeichnet werden, doch hier wäre es… eine Untertreibung.
Sie bringt eine Mischung aus Branchennews, Wirtschaftsreportagen, kritischen Einblicken in die Zukunft, maritimen Shortcuts und einer Prise Kultur. “DS”, so die interne Abkürzung, ist eine äußert gelungene und empfehlenswerte Lektüre. Ohne Übertreibung darf behauptet werden, dass sie spannend ist und immer wieder für Überraschung sorgt. Kleine “Pausenmacher”, wie die Satellitenaufnahme einer leicht in Vergessenheit geratener Seestraße oder kulturelle Empfehlungen runden den Inhalt auf.
Nicht jede maritime Zeitschriften “schafft es”, von A biz Z gelesen zu werden. Und das muss was heißen!
Noblese oblige: Der Verband, dem dem die größte Containerflotte der Welt gehöre, setzte hohe Standards auch auf dem Papier um. Dies scheint ein gelungener Schritt zu sein, denn es gibt wenige internationale Magazine, die sich mit dieser Publikation messen ließen.
So wundert es nicht, dass “Deutsche Seeschifffahrt” in diesem Jahr zur besten europäischen Corporate Publishing wurde: Gold Award 2009 für hochkarätigste Unternehmens- und Verbandspublikation.
Wer Texte schätzt, die sowohl beim “Spiegel”, “THB” oder “Mare” hätten publiziert werden können, den wird “DS” nicht enttäuschen!

Durban, Proa-Schiffe, Rickmers 175-ster “Geburri” aber auch Niall Fergusson und Kümoschifffahrt gehören unter anderem zu den Themen dieser Ausgabe.

Zu finden beim VDR; zu erwerben beim Storck Verlag Hamburg

175 Jahre Rickmers!


2009
07.21

Seit 175 Jahren ist die Familie Rickmers in der Schifffahrt tätig. Mittlerweile ist es die fünfte Generation, die heute zwei voneinander unabhängig agierende Unternehmensgruppen leitet. Die beiden Hamburger Reeder und Unternehmer Bertram und Erck Rickmers agieren unter dem Motto “One family – two companies”. Ihre Namen stehen für Rickmers Holding GmbH & Cie. KG (Betram R.C. Rickmers) und E.R. Schiffahrt/Nordcapital (Erck R.C. Rickmers).

Foto: Bertram und Erck Rickmers / © E.R. Schiffahrt/Nordcapital

Foto: Bertram und Erck Rickmers / © E.R. Schiffahrt/Nordcapital

Im Juni 1834 fing die Geschite an, damals gründete der in Helgoland geborene Rickmer Clasen Rickmers die Rickmers Werft in Bremerhaven.
Später kamen dazu Reisverarbeitungsbetriebe, Dampfschifffahrt, Asiengeschäft und last but not least der Liniendienst. Auch Kriege und Neubeginn bestimmten das wirtschaftliche Handeln manch einer Generation. Die Geschichte dieser Familie reflektiert somit auch die deutsche Sozialgeschichte, vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis heute. Bertram und Erck Rickmers, die der fünften Generation der Unternehmer gehören, führen heute  zwei voneinander unabhängige Unternehmensgruppen. Beide sichern damit insgesamt über 5.000 Mitarbeitern an Land und auf See einen reiz- und verantwortungsvollen Arbeitsplatz.

Die Klasse eines Unternehmens kann durchaus an seiner Art zu feiern erkannt werden. Anfang Juli luden die beiden Brüder zur Feier in die Handelskammer ein. Am Abend erschienen rund 450 internationale Gäste, darunter langjährige Geschäftspartner. Als Referenten sprachen dabei:

  • Niall Ferguson, Professor of Economic History, Harvard University
  • Kishore Mahbubani, Professor of Public Policy, University of Singapore
  • Nouriel Roubini, Professor of Economics, New York University’s Stern School of Business
  • Nassim Nicholas Taleb, Professor of Risk Engineering, New York University’s Polytechnical Institute

Beiden Familien-Unternehmen gehören heute über 200 Schiffe (in Fahrt und Bau), auf denen Seeleute aus elf Nationen fahren.
4mare.com gratuliert zum 175-sten Jubiläum!

Rund um “Hansa Stavanger”…


2009
07.20

4mare.com ist wieder online…

Das Thema “Hansa Stavanger” ist wieder in den Medien angesprochen worden. Dennoch scheint es momentan der einzige Weg zu sein, um die Besatzung des Schiffes nicht sitzen zu lassen. So wie auch Medien hin und wieder wenig überzeugende Argumentation für eigene Ausrutscher finden, so wenig annehmbar sind die durchsickernden Informationen, im Falle dieses Frachters habe die Reederei mit besonders schlimmen und unentschiedenen Somaliern zu tun.
Ganz primitiv ausgedrückt: Wer den Film “Black Hawk Down” sah (auf Tatsachen basierend, schildert der Streifen eine Episode des Bürgerkrieges in Somalia, die so genannte Schlacht von Mogadischu von 1993), müsste wissen, dass es keine mehr oder weniger “schlimmere” Piraten in Somalia gebe. Die von anderen Seeleuten erzählten Erlebnisse sagen es auch mehr als eindeutig: Somalische Kaperer sind willkürlich handelnde Schwerstkriminelle, die dazu noch unter Drogeneinfluss stehen. Ein Menschenleben bedeutet ihnen wenig, selbst, wenn es ihnen momentan immer noch “nur” ums Geld gehe. Jeder Tag - für jede zivile und unbewaffnete Besatzung - in ihrer Gewalt ist ein Tag zu viel. Hansa-Stavanger-Besatzung befindet sich seit mehr als 100 Tagen in somalischer Hand.

Foto: Somalisches Fischerdorf Hobyo wird von manchen Medien als Hafen bezeichnet. Hier vor der Küste soll Hansa Stavanger voranker liegen / Google Earth 2009

Foto: Somalische Ortschaft Haradhere wird von manchen Medien als "Hafen" bezeichnet. Sie liegt weder direkt am Meer, noch besitze sie einen Hafen. Vor der nahe liegenden Küste soll "Hansa Stavanger" vor Anker liegen / Google Earth 2009

Ein Blick auf… seapics.com (Fortsetzung folgt)


2009
07.03

4mare.com legt eine kleine Pause ein. In dieser Zeit lohnt es sich ab und zu auch andere Seiten zu besuche, z.B:
www.seapics.com
Die Seite beschreibt sich als marine wildlife photography und sie ist, was sie verspricht!

Ich bedanke mich bei meinen Leser und lade wieder alle herzlich ein am 20.07 auf 4mare.com, das maritime Blog,
Leo

These are copyrighted images used with permission of SeaPics.com

Neuss-Düsseldorfer Häfen & Häfen und Güterverkehr Köln rücken enger zusammen


2009
07.02

Hiermit erlaub ich mir auch  mal eine subjektive Meinung: Es freut mich sehr, auch etwas über meine Stadt zu berichten. Düsseldorf, lange nicht mehr gesehen…

Die Städte Neuss, Düsseldorf und Köln planen eine Kooperation. Im Hafen- und Eisenbahnverkehrssektor rücken alle drei etwas näher. Am Dienstag, den 30.07 wurde der Letter of Intent für das Projekt unterzeichnet. Den ertsten Stein unter die zukünftige Kooperation legten die Geschäftsführer der Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH), Ulrich Gross und Rainer Schäfer, sowie die Vorstandsmitglieder der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), Rolf Bender und Horst Leonhardt.
Ziel des Vorhabens ist es, Synergieeffekte zu identifizieren und damit die Rentabilität durch die gemeinsame Entwicklung neuer innovativer und strategischer Ansätze zu steigern, wie es auf der anschließenden Pressekonferenz allen mitgeteilt wurde. Die Untersuchung soll alle operativen Felder beider Unternehmen erfassen. Denkbar sei durchaus auch die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft - von HGK und NDH - unter einheitlicher Leitung.

Foto: Containerumschlagplatz Neuss-Düsseldorfer Häfen / NDH

Foto: Containerumschlagplatz Neuss-Düsseldorfer Häfen / NDH

Neuss-Düsseldorfer Häfen und Köln gehören zu den größten Binnenhäfen des Landes. Der Jahresumschlag beträgt 16,2 Mio. Tonnen beziehungsweise 12,9 Mio. Tonnen.  Beide Gruppen sind auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen im Hinterlandverkehr der Häfen tätig.
Die NDH ist seit dem Zusammenschluss der Häfen Neuss und Düsseldorf der drittgrößte Binnenhafen Deutschland. Das Unternehmen, das 260 Arbeitsplätze sichert, erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 40 Millionen Euro. Die HGK erwirtschaftet wiederum in ihrem Bereich 122 Millionen Umsatz und hat 639 Mitarbeiter.

Airbus-Unglück: Ein 14-jähriges Mädchen überlebte die Katastrophe


2009
07.01

Innerhalb vier Wochen stürzte ein weiterer Airbus ab.  Das Flugzeug gehört der Yemenia Air und stürzte mit 153 Menschen an Bord kurz vor der Landung auf den Komoren ins Meer.  Derzeit weiß man von einer einzigen Überlebenden.  Es ist ein 14-jähriges Mädchen, das wie durch ein Wunder unverletzt aus dem Wasser geborgen worden ist. Bahia Bakari, so der Name des Kindes, erzählte am Telefon ihrem Vater Kassim, sie habe auch andere Menschen um sich im Wasser gehört, jedoch niemanden gesehen. Das Mädchen wollte mit ihrer Mutter ihre Familie besuchen. Einige Stunden lang trieb das Kind, an Wrackteile geklammert im Ozean, bis sie schließlich von Rettungskräften gefunden wurde. Bahia heißt übersetzt in etwa „wunderschön“, Bakari „hoffnungs- und verheißungsvoll“.
Bis zum heutigen Morgen wurden zudem drei Leichen geborgen. Sowohl das Mädchen, wie die Toten trugen Rettungswesten an.

Foto: Französischer Transall auf dem Weg nach Moroni / FPA

Französische und US-Taucher sollen erneut die Unglücksstelle absuchen. Da 66 der Passagiere französische Staatsangehörige waren, beteiligt sich auch französische Marine an der Suche. Das Patrouillenboot “La Rieuse” und die Fregatte “Ventôse“, die unter anderem einen Hubschrauber an Bord hat, kamen heute in dem Absturzgebiet wenige Kilometer vor der Küste an.
Die Arbeit der Rettungsteams wird jedoch erschwert durch den in der Nacht herrschenden heftigen Südwind und eine starke Strömung.  Nach Ansicht der Retter dürften die Leichen und Trümmerteile weit verteilt werden. Die Chancen, weitere Überlebende zu finden, gelten als gering.

Der Airbus der staatlichen Fluggesellschaft Yemenia Air war 19 Jahre alt und hat bereits bei einer Überprüfung 2007 zahlreiche Mängel aufgewiesen, so der französische Verkehr-Staatssekretär Dominique Bussereau im TV-Sender i-télé.
Schon 1996 stürzte bei den Komoren eine Boeing 767 mit 175 Menschen an Bord ins Meer, von denen 50 überlebten. Das Flugzeug gehörte einer äthiopischen Gesellschaft und wurde zuvor gekidnappt.