Gadisar-See liegt direkt an der indischen Wüstenstadt Jaisalmer im Bundesstaat Rajasthan. Es ist ein künstlicher See, inmitten der Thar-Wüste, der im 14. Jahrhundert als Wasserreservoir erschaffen wurde. Da er über das ganze Jahr für Trinkwasser sorgen sollte, war selbst Baden und Waschen darin verboten. Die traditionellen Methoden waren so erfolgreich, dass der See selbst Trockenzeit überstehen konnte. Verdunstete er dennoch, nutzten die Menschen sein feuchtes Seebett für Ackerbau. Das Wasser wurde aus einer der zahlreichen Quellen in der Nähe des Sees gewonnen.
Eines Tages fanden am Gadisar-See auch Welse ihren Gefallen. Sowohl Touristen wie Pilger sorgten mit ihren Futtergaben dafür, dass sich die Raubfische äußerst stark und schnell vermehrten. Wirft man ihnen inzwischen ein Häppchen zu, “betteln sie los”, und das auf eine recht imposante Art und Weise.
Foto: Die hungrigen - sprechenden? - Schreihälse im Gadisar-See / Siddhartha Sen Choudhary
In den letzten Jahren ging es dem See nicht mehr so gut. Die Ursachen hierfür werden im modernen Bewässerungssystem vermutet, aber auch die rückgängige Niederschlagsmenge ist dafür verantwortlich. Man geht mittlerweile wider zu den alten Methoden über und besinnt sich mehr und mehr auf die erprobte Tradition. Die Welse sind sicherlich dafür. Ob sie sprechen, darf nur vermutet werden. Das Bild animiert dennoch zur humoresken Annahme, dass die bettelnden Sprücheklopfer richtig loslegen: Wat denn, nur ein Stück?! Mehr davon!!! Sei nicht so geizig, man! Los, will auch ein Häppchen davon! Her mit dem Brotleib!!!
Das Bild wurde von Siddhartha Sen Choudhary aufgenommen, einem Informationsarchitekt, dessen großartige Inien-Bilder bei -> Flickr zu bewundern sind.
Eine zeitlich eher begrenzte Reise brachte mich an den See Galadus. Dieser liegt direkt auf der polnisch-litauischen Grenze und ist damit defacto auch ein Grenzsee. Seine Tiefe variiert zwischen 12 (Durchschnittstiefe) und 54,8 Meter (der tiefste Punkt). Der See selbst ist bei Wikipedia leider recht spärlich beschrieben, dazu nur auf Polnisch und Litauisch.
Der Besuch lohnt auf jeden Fall. Die hiesige Seeenplatte liegt hinter der Masurischen und ist nicht so wie diese von Touristen überlaufen. Man kann hier durchaus - selbst im Hochsommer - einen ganzen See ”für sich genießen”. Außerdem ist diese Region für mehrere Sportarten mehr denn geeignet: Segeln, Kajakfahren, Mountain-Biking, Wandern zu Fuß und auf dem Fahrrad, Nordic-Walking, Reiten. Persönich würde ich auch auf Paragleiting setzten, vorausgesetzt, man kommt gut zurecht mit dem Wolken-Aufschub, denn die Hügeln sind hier nicht all zu hoch.
Foto: Galadus See an der polnisch-litauischen Grenze / Leo Walotek-Scheidegger
Last but not least ist es auch idealer Platz für Astronomiebegeisterte und Astrofotografen. Wo sonst - selbst in einer Kleinstadt - ist beim wolkenfreien Himmel die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht zu sehen? Auf dem Lande dafür seht man buchstäblich den Deep Space.
Ich selbst genieße hier seit ein paar Jahren (wenn die Zeit es gerade zulässt) die Perseiden-Schauer. Dieses spektakuläre Meteoriten-Auftauchen - dessen Apogeum um den 12. August zu bewundern ist - geht auf die Staubpartikel zurück, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlassen hat. Diese wird eben im August durch die Erde durchkreuzt.
Suwalszczyzna, wunderschöne Landschaft, in der man sich durchaus freizeitmäßig austoben kann…
Es ist ein neuer Zyklus auf 4mare.com. Ein Blick auf Meere mithilfe eines Satelliten. Und dennoch eines besonderen: des europäischen ESA Envisat.
Ozeane rückten näher in unseres Bewusstsein spätestens dann, als die Satelliten ihre Bilder der Erde “von draußen” lieferten. Erst da wurde “der blaue Planet” geboren. Erst da wurde wirklich wahrgenommen, dass die Ozeane größer sind, als die Landmassen der Kontinente. Man schwärmt zwar oft bei Dokumentationen, die mithilfe der NASA entstanden, vergisst jedoch dabei, dass die europäische ESA nicht weniger leistet. Und auf ihre Leistung kann man durchaus stolz sein.
Foto: Petermann Gletscher bricht ab, ein gigantischer Eisberg entsteht / Envisat ESA
Anfang August 2010 funkte Envisat atemberaubende Aufnahmen der Arktis zur Erde. Es ist der äußerst seltene Moment der Geburt eines Giganten. Ein Teil des Petermann Gletschers - im nordwestlichen Grönland - bricht gerade ab und wird zum gigantischen Eisberg. Dieser macht sich über die Nares-Straße (Nares Strait) auf den Weg zum Arktischen Ozean.
Petermann Gletscher gehört zu den größten Gletschern Grönlands. Da er das legendäre Inlandeis der Insel mit dem Arktischen Ozean verbindet, gehört er gleichzeitig zum “Abfluss-System” des Inlandeises. Gletscher vergleichbarer Größe gleiten weit ins Meer und bilden sogenannte “Eiszungen”. Anfang August war die Eiszunge des Petermanns knapp 70 Kilometer lang. Der abgebrochene Riese ist 30 Kilometer lang und beinahe 14 Kilometer breit. Seine Fläche beträgt 245 Quadratkilometer.
Nares-Straße trennt Grönland von der kanadischen llesmere Island und verbindet gleichzeitig die Lincolnsee im Arktischen Ozean mit der Baffin-Bucht (Baffin Bay, auch Baffinbai oder (dän.) Baffin Bugten). Diese Wasserstraße ist für die normale Schifffahrt äußerst riskant, jedoch in den Monaten August und September - je nach Eislage - mit Eisbrechern befahrbar.
Die Animation basiert auf Bildern des Envisat Advanced Synthetic Aperture Radar (ASAR), die am 31. Juli, 4. und 7. August 2010 aufgenommen wurden. Ein vergleichbares Kalben eines Gletschers wurde an derselben Stelle zuletzt vor beinahe 19 Jahren wahrgenommen. Die damaligen Aufnahmen wurden am 19. August 1991 vom ERS-1 SAR geschossen.
Die darunter präsentierte Fotografie gewann den 1. Preis im Wettbewerb Coast Guard Photo 2009 (der Gewinner wurde im Juli 2010 genannt). Aufgenommen wurde sie am 5. September 2009 vom Angehörigen der amerikanischen Küstenwache, Petty Officer Patrick Kelley. Bei dieser Gelegenheit muss gesagt werden, dass die US Coast Guard die führende Teilstreitkraft im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist. Ohne sie wäre der Druck auf BP viel seichter und der Dreck im Golf viel stärker.
Das Bild zeigt den kanadischen Eisbrecher “Louis S. St-Laurent” (das hintere Schiff), wie er gerade eine Schneise im Eis des Arktischen Ozeans für den zugefrorenen US Coast Guard Kreuzer “Healy” freilegt. Beide Schiffe nahmen an internationalen Messungen des Meeresbodens teil. Ihre Aufgabe war es, Gegenargumente fürs “arktische Monopoly” zu liefern. Genau genommen geht es um den Verlauf der Kontinentalschelfe, allen voran des Lomonosov Rückens. Dieser Schelf wird womöglich bald den politischen Status der Arktis verändern. Näher besprochen wurde das Thema beim Mir-1-Post.
Foto: der kanadische Eisbrecher Louis S. St-Laurent befreit den amerikanischen Küstenwache-Kreuzer Healy, Arktischer Ozean / US Coast Guard, Petty Officer Patrick Kelley
Da der politische Status der Arktis bis heute ungeklärt ist, pochen vor allem Russland und Kanada auf Veränderungen. Beide Staaten schlagen Aufteilung in Sektoren, die zu nationalen Zonen erklärt werden sollen (aufgrund des Verlaufes der Kontinentalsockel). Einen solchen Vorschlag gab es bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Auch Norwegen und Dänemark wollen Ratifizierung der bisherigen Lösung. Mittlerweile erhofft sich auch die EU eigene Anteile an dem Kuchen. Der Streit geht so weit, dass auch China ihren Anspruch auf Arktis erhebt: aufgrund eigener Bevölkerungsdichte und dem daraus interpretiertem “Anspruch”. Momentan beharren die USA am stärksten darauf, das Gebiet weiterhin als international zu belassen. Diese Meinung vertraten sowohl Clinton- wie auch Bush- und Obama-Regierungen. Selbstverständlich passiert es nicht “umsonst”.
Für die USA spielen - mögliche - Gebietsgewinne durch den Anrainerstatus (Alaska) eine untergeordnete Rolle. Verglichen mit den russischen und kanadischen Küstenlinien ist die amerikanische eher klein. Somit würde dem amerikanischen Staat nur eine begrenzte Fläche zufallen. Der Blickpunkt der US-amerikanischen Arktispolitik ist vielmehr auf die Nordost- und die Nordwestpassage gerichtet. Diese Gewässer sollten - nach Ansicht der letzten drei amerikanischen Regierungen - möglich internationalisiert werden, um eine ungehinderte Schifffahrt, aber auch wirtschaftliche Nutzung auf ihnen zu ermöglichen. Russland und Kanada sind am wenigsten mit dieser Lösung einverstanden. Beide Staaten verfahren hier eher nach dem Motto “alles mir”.
Die Explosion und das anschließende Feuerinferno verursachten am Dienstag, den 20. April einen Totalschäden auf der Ölbohrplattform “Deepwater Horizon” des an der Schweizer Börse kotierten Unternehmens Transocean Ltd. Die Ölbohrplattform lag im Golf von Mexico, ca. 40 Seemeilen südöstlich der Ortschaft Venice entfernt (US-Bundesstaat Louisiana). Gestern war es noch nicht absehbar, wie lange die Flammen noch wüten würden. Bereits heute sank die schwer beschädigte “Deepwater Horizon”. US Coast Guard, die amerikanische Küstenwache, rettete vor dem Untergang der Plattform 115 der 126 Arbeiter der DH-Crew. 7 davon sind schwer verletzt und im kritischen Zustand. 11 weitere Personen werden noch vermisst.
Das Bild zeigt gestrigen Kampf der Löscheinheiten gegen lodernde Flamen. Die Ursachen der Explosion sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannt. Mehrere Hubschrauber, Flugzeuge und Rettungskreuzer der USCG suchen weiterhin nach den 11 vermissten DH-Mitarbeitern.
Es wurde bereits versucht - so das Unternehmen - mit Unterseerobotern Teile des Ausrüstung zu bergen, sowie den Ölfluss zu stoppen. Bislang blieben jedoch alle diese Versuche erfolglos, wie der Sprecher der Transocean Ltd mitteilte. Die Ölbohrplattform wurde 2001 in Südkorea gebaut. Den ersten Analysen zufolge würde ein Wiederaufbau der Förderinsel rund 600 Mio USD kosten. Die Tiefbohrungen, die die Deepwater Horizon durchführte, reichten bereits im September 2009 bis auf 10.685 Meter (35055 ft), Wassertiefe nicht eingerechnet (die an der Positionierungsstelle 1.258 Meter beträgt (4.130 ft). Laut BP ist das die bisher tiefste Öltiefbohrung weltweit. US Coast Guard und NOAA befürchten, dass aus dem unterseeischen Bohrloch täglich 1,13 Millionen Liter Rohöl ausströmen. In den Tanks der Plattform - die mit ihr sanken - befanden sich 2,5 Millionen Liter Diesel.
Foto: Feuerinferno auf Deepwater Horizon / US Coast Guard
Als “mein” Kahn - die MS Cimbria - noch vor einigen Tagen in Rotterdam seinen Aufenthalt verlängerte und ich die Beine ein wenig vertreten wollte, landete ich in einer Minibucht, die eine kleine Schlepper-Flottille beherbergte. Bei zwei davon erkannte ich die stärksten der Welt. Es sind… unglaubliche “Maschinen”. Da es regnete, wollte ich nicht draußen stehen. Edo, ein Mann der Besatzung nahm ich an Bord von Smit Cheetah. So schaute ich mir den big cat an. Smit Cheetah gehört der Smit Internationale N.V. an, einem holländischen Power-Unternehmen, schaut man sich die Flotte - und den Umsatz - der Firma an.
Der 2009 bei Song Cam Shipyard in Hải Phòng, Vietnam, gebaute Damen ASD Tug 3213 ist kanpp 32 Meter lang, unter der Haube beherbergt er gerade mal 7268 PS. Außer ihm existieren noch drei dieser Großkatzen: Smit Panther (der erste dieser Serie und Designs), Smit Jaguar und Smit Tiger. Besatzung: 3 Mann; dies erlaubt die Technik des 21. Jahrhunderts auf einem Schlepper!
Da das Wetter recht schlecht war, entstand aus sechs Aufnahmen dieser HDR-Sandwich.
Foto: Big Cat: Smit Cheetah in Rotterdam / Leo Walotek-Scheidegger
Rupert Christie, der Universal-Produzent (der weltweit größte Musik-Label), machte vor nicht all zu langer Zeit Urlaub im südwestenglischen Cornwall. In einer Stammkneipe hörte er eines Abends zehn Männer Seemannslieder singen. Die Jungs, beruflich Fischer und Mitglieder der Küstenwache hauten ihn mit ihren Stimmen um. Es blieb ihm nicht viel anders übrig, als sie zu engagieren. Angeblich bekamen sie dafür knapp über eine Million Euro (dies zumindest besagt britische Presse). Das ganze Projekt ging zackig über die Bühne, schon im April soll das Album zu haben sein.
Fisherman’s Friends, der Name wurde natürlich in Anlehnung der bekannten und recht scharfen Pfefferminz-Bonbons vergeben. Die Männer musizieren in ihrem Stammlokal seit ca. 15 Jahren, und hatten gerade vor, die neusten Stücke unter eigenem Label aus der Taufe zu heben. Rupert meinte, die britischen Charts warten auf sie, just now! “Mal sehen”, sagte Jeremy Brown, die Bariton-Stimme der FF, “Irgendwann mal stehen wir wieder gemütlich an unserer Bar. Und singen weiter”. Applaus! Steve Schofield, der Fotograf, der geschickt wurde, um die Stimmtruppe abzulichten, meinte nur “O man, it’s a beautiful place with pubs that never close”. Bedenkt man die beiden Fakten, sollte man bald nach Port Isaac aufbrechen.
Vor knapp 20 Jahren fand ich Zeit für die – mühselige – Originallektüre des taiwan-chinesischen Cartoonisten und Comiczeichners, Cài Zhìzhōng (auf Deutsch u.a.: Lehrsprüche des Laotse). Dieser erweckte – mit seinen Cartoon-Stories – chinesische Klassiker wieder zum Leben. Mehr noch, er machte sie zu Beststellern. Ich fragte mich damals, wann würde es auch bei uns soweit sein und jemand nähme sich unserer Klassik auf diese Art und Weise an. Die Jahre vergingen.
Heute darf aufgeatmet werden: Den Status einer fabelhaft gelungenen Publikation verdient „Der Taucher“, von Friedrich Schiller; zweieinhalb Jahrhunderte später vom Bilderbuchkünstler, Dieter Wiesmüller illustriert. Das Buch wurde so konzipiert, dass es bei der Lektüre zum spannenden Erlebnis für Kinder und Erwachsene wird.
Schillers Gedanken befassten sich oft genug mit Menschen zwischen Leben und Tod. Der Dichter dachte in Bildern, seine Sprache war durch und durch szenisch. Der pure Dramatiker erschafft immer noch bei der Lektüre seiner Werke Bilder im Kopf. 250 Jahre nach ihm griff der 1950 geborene Dieter Wiesmüller zum „Taucher“ und erschuf Momente, die an Caspar David Friedrich erinnern. Bilder, die denen entsprechen, die Schiller im Kopf erzeugte. Die 1797 geschriebene Ballade vom grausamen König und seinem Knappen, den er zwei Mal dazu verführt, sich in das brüllende Wassergebirge zu stürzen, beeindruckt in der Sprache des Künstlers zutiefst. Dieses ungeheure Element, das tosende Meer, wird in Wiesmüllers Bildern so gezeigt, wie es wohl nur erfahrene Seeleute kennen. Die künstlerische Umsetzung könnte nicht vollkommener sein: Der winzige Mensch vor der blauen Gewalt, die ihn erschreckt, aber auch hinzieht.
Das geniale an dem von Carlsen Verlag herausgebrachten Buch ist seine Teilung: Zuerst kommt das Schiller’sche Versepos, in voller Länge, danach folgen Dieter Wiesmüllers ganzseitige Bildinterpretationen. Das prächtige Bilderbuch kann ein Erwachsener genießen, aber gerade für ein Kind wird es zum wahren Erlebnis: Denn ihm darf es frei erzählen werden. Nicht nur ein Mär öffnet seine Pforte vor dem kleinen Betrachter, ganz nebenbei wird auch der Faden zur Klassik vermittelt. Zum 250 Geburtstag des Dichters – am 10 November 2009 – lohnt es sich, in die Ballade einzutauchen und in die Wiesmüller’sche Bilderflut zu stürzen. Einen Bestseller-Status verdient der doppelter „Taucher“ schon jetzt.
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Der Taucher, von Friedrich Schiller & Dieter Wiesmüller Carlsen Verlag
Reihe: Bilderbuch, 5-7 Jahre
Erscheinungsjahr: Oktober 2009
Ausstattung: 40 Seiten, gebunden, 32,8 x 24,8 x 1,2 cm
ISBN: 978-3551517166
Von allen Robbenarten steht nur diese im Ruf, ein echter Jäger zu sein: Der Seeleopard, hydrurga leptonyx. Schon Frank Worsley, der Skipper von Sir Ernest Shackletons Schiff “Endurance“, schrieb begeistert über die wilden, schönen Bestien. Den Namen trägt er aufgrund seines gefleckten Fells und weil er ein Beutegreifer ist. Zwar frißt er zu 60% Krill (und nur mäßig Fisch), aber erbeutet auch regelmäßig warmblütige Wirbeltiere wie Pinguine und junge Robben (anderer Arten). Im Wasser ist er äußerst wendig, kann aber auch beachtliche Geschwindigkeit erreichen, bis zu 40km/h. Diese erlaubt ihm sein stromlinienförmigen Körper und ungewöhnlich abgeflachter, fast reptilienartig wirkender Kopf. Ein männlicher Seeleopard kann etwa 3 Meter lang werden, ein Weibchen erreicht nahezu 4 Meter Körperlänge. Das Gewicht eines Männchens liegt bei 250-270 kg, das eines Weibchens bei fast 450 kg. Die Zähne des Tieres sind nicht scharf, dafür aber verfügen die Robben über eine enorme Kraft in den Unterkiefern. Deswegen reißen sie ihre Beute auseinander, anstatt sie mit ihren Zähnen zu zerschneiden. Macht der Seeleopard seinen Maul auf, beträgt die Spannweite zwischen Ober- und Unterkiefer fast einen Meter. Ein perfekter Predator also, der fürs natürliche Gleichgewicht in seiner Umgebung sorgt.
Foto: Der Seeleopard (Hydrurga leptonyx) / www.dareksepiolo.com
Im Juli 2003 wurde die britische Wissenschaftlerin Kirsty Brown beim Schnorcheln in der Nähe der Forschungsstation Rothera von einem Seeleoparden gepackt und in die Tiefe gezogen. Sie ertrank. Dies ist der bisher einzige bekannte Todesfall durch einen Seeleoparden, wobei es in der Vergangenheit schon häufiger zu Angriffen auf Menschen kam.
Die großartige Aufnahme der “gähnenden” Hydrurga machte Darek Sepioło, ein fabelhafter Unterwasserfotograf, Verleger und Reisejournalist des polnischen Tauchermagazines “Wielki Błękit” (Deep Blue). Er gewann damit den ersten Preis beim Fotowettbewerb National Geographic Poland 2009, in der kategorie “Tiere”.
HDR-Fotografie reizte mich seit Langem. Die einzige Schranke, die es eigentlich zu durchbrechen galt, war die fehlende Zeit. Beim Volkstrauertag ergab sich die Gelegenheit, das 1. U-Bootgeschwader in Eckernförde zu besuchen. Das Motiv war plötzlich da. Drei Boote der Klasse 212 A standen am Kai, wie am Zaun angebundene Wale… Ich gebe zu, bei einer solchen Gelegenheit werd` ich schwach…
Foto: Große Klasse: Drei mal die 212A-Klasse / Leo Walotek-Scheidegger
Über die U-Boote selbst mehr zu sagen lohnt es wohl kaum, da schon längst alles gesagt oder geschrieben wurde. Es darf dennoch wiederholt werden, dass es derzeit die modernsten U-Boote der Deutschen Marine (und der italienischen Marina Militare) sind. Es sind weltweit die ersten, deren außenluftunabhängiger Antrieb auf Brennstoffzellen basiert. Mit der Tauchtiefe, Reichweite, Möglichkeiten der Bewaffnung und last but not least der Tauchdauer ist es so, wie… mit dem Geld in jenem wohl bekannten Spruch: Vom Geld redet man nicht, Geld hat man. Also, man redet nicht darüber, man weiß es. Angeberei? …durchaus ;o)
Das Bild enstand um den 20. November aus drei Aufnahmen. An einem grauen Morgen. Grauen?