Archive for the ‘Ökologie’ Category

SMM in Hamburg in vollem Gange!


2010
09.08

Auf der SMM in Hamburg herrscht reges Kommen und Gehen. Einmal mehr tauscht sich die maritime Welt aus, Zukunft rückt einen Schritt näher, aber auch das laufende Geschäft wird nicht vernachlässigt.

Foto: DVV Media auf der SMM 2010 / Leo Walotek-Scheidegger

Foto: DVV Media auf der SMM 2010 / Leo Walotek-Scheidegger

Nicht nur die Platzwahl der jeweiligen Stände verraten etwas über die momentane Situation des ausgestellten Unternehmens, auch die Besucherzahl zeugt vom Interesse an dessen Produkten und Lösungen. Manche Länder präsentieren sich in diesem Jahr viel stärker, zumindest optisch sieht es so bei russischen Werften und Zulieferern aus. Es stellt sich die Frage, ob die Rechnung aufgehen wird. Andere, wie Südkorea zeigen sich, wie eh und je, souverän und professionell. Aufgrund meiner früheren Tätigkeit freut es mich immer, Freunde aus Hyundai Heavy Industries aus Ulsan zu treffen.

Foto: Blohm & Voss Industries auf der SMM 2010 / Leo Walotek-Scheidegger

Foto: Blohm & Voss Industries auf der SMM 2010 / Leo Walotek-Scheidegger

Auch deutsche Unternehmen zeigen sich in einer Form, die regionale Vorlieben ergreifend, einfach erfreut. Die letzten zwei Jahre gehörten nicht zu den leichtesten, auch für unsere Industrie.

Dont forget the maritime way of art! / Leo Walotek-Scheidegger

Don't forget the maritime way of art! / Leo Walotek-Scheidegger

Maritime Medien ansprechend findet DVV Media mein ungebremstes Gefallen: professionelle Publikationen, nicht nur in gebundener Form - auch THB, Schiff & Hafen oder Ship & Offshore - die sich immer sehen lassen (und deren Lektüre sich jederzeit lohnt) wie auch zukunftsorientiertes Agieren auf neuen Märkten: that`s the way!

Foto: Beauty ships... / Leo Walotek-Scheidegger

Foto: Beauty ships... / Leo Walotek-Scheidegger

Foto: ...and ship beautys / Leo Walotek-Scheidegger

Foto: ...and ship beautys / Leo Walotek-Scheidegger

Äußerst interessant fand ich heute, am zweiten Messe-Tag, die Wärtsilä-Konferenz, die sich zum Thema “Schifffahrts-Szenarien 2030″ machte. Hoffentlich werden die erwähnten Ideen auch politisch in Europa aufgegriffen, denn gerade hier liegen die Chancen, dass wir 2030 vom Open-Oceans-Szenario reden könnten. Unangefochten bleibt die Tatsache, dass China effizienter und langfristiger das 21. Jahrhundert angeht, als wir, die Westler.

Die sprechenden Welse?


2010
09.06

Gadisar-See liegt direkt an der indischen Wüstenstadt Jaisalmer im Bundesstaat Rajasthan. Es ist ein künstlicher See, inmitten der Thar-Wüste, der im 14. Jahrhundert als Wasserreservoir erschaffen wurde. Da er über das ganze Jahr für Trinkwasser sorgen sollte, war selbst Baden und Waschen  darin verboten. Die traditionellen Methoden waren so erfolgreich, dass der See selbst Trockenzeit überstehen konnte. Verdunstete er dennoch, nutzten die Menschen sein feuchtes Seebett für Ackerbau. Das Wasser wurde aus einer der zahlreichen Quellen in der Nähe des Sees gewonnen.
Eines Tages fanden am Gadisar-See auch Welse ihren Gefallen. Sowohl Touristen wie Pilger sorgten mit ihren Futtergaben dafür, dass sich die Raubfische äußerst stark und schnell vermehrten. Wirft man ihnen inzwischen ein Häppchen zu, “betteln sie los”, und das auf eine recht imposante Art und Weise.

Foto: Die hungrigen Schreihalse im Gadisar-See / Siddhartha Sen Choudhary

Foto: Die hungrigen - sprechenden? - Schreihälse im Gadisar-See / Siddhartha Sen Choudhary

In den letzten Jahren ging es dem See nicht mehr so gut. Die Ursachen hierfür werden im modernen Bewässerungssystem vermutet, aber auch die rückgängige Niederschlagsmenge ist dafür verantwortlich. Man geht mittlerweile wider zu den alten Methoden über und besinnt sich mehr und mehr auf die erprobte Tradition. Die Welse sind sicherlich dafür. Ob sie sprechen, darf nur vermutet werden. Das Bild animiert dennoch zur humoresken Annahme, dass die bettelnden Sprücheklopfer richtig loslegen: Wat denn, nur ein Stück?! Mehr davon!!! Sei nicht so geizig, man! Los, will auch ein Häppchen davon! Her mit dem Brotleib!!!
Das Bild wurde von Siddhartha Sen Choudhary aufgenommen, einem Informationsarchitekt, dessen großartige Inien-Bilder bei -> Flickr zu bewundern sind.

Good news…


2010
08.24

In Anbetracht all dieser Hiobsbotschaften vom Golf von Mexiko ist das von Petty Officer 3rd Class Cory J. Mendenhall am 21. August (2010) geschossene Bild eine wahrhaftig gute Nachricht:
ein Braunpelikan (Pelecanus occidentalis) setzt zum Flug ein. Er sitzt auf einer stählernen Barriere, die die Nistplätze seiner Gattung im Barataria Bay, im Südosten Louisianas, vor dem Öl schützt. Hoffen wir, dass uns solche Bilder immer öfter begleiten werden.
J. Mendenhall ist Angehöriger der US Coast Guard, deren harte Arbeit im Golf bewundernswert ist. Good work, guys!

Foto: Braunpelikan im Barataria Bay, Louisiana / USCG, U.S. Coast Guard photo by Petty Officer 3rd Class Cory J. Mendenhall

Foto: Braunpelikan im Barataria Bay, Louisiana, August 2010 / USCG, Petty Officer 3rd Class Cory J. Mendenhall

Megaschwärme, eine Dokumentation der Extraklasse


2010
08.23

Die Art, wie kollektive Intelligenz in dieser Produktion gezeigt wird, ist einfach… abgefahren! Der 2-Teiler - auf einer DVD - zeigt Aufnahmen, die buchstäblich umhauen. Alleine die fast digital wirkenden Bewegungen der Vogelschwärme könnten als Nebenprodukt der “Avatar”-Schmiede durchkommen, so irreal sehen sie aus. Dabei handelt es sich um natürliche Ästhetik, die… am römischen Abendhimmel zu beobachten ist(!). Nicht weniger beeindruckend werden auch die anderen Protagonisten vorgeführt: Insekten, Krebse, Fische und Fledermäuse (nicht alle wurden hier aufgezählt). Faszinierend wird auch der Zusammenstoß zwischen dem Menschen und den Tierschwärmen gezeigt. Dabei stellt sich heraus, dass es Wissenschaftler gibt, die durchaus die ersten Schritte der Kommunikation mit einem solchen “Massenwesen” beherrschen. Ein Mann, der von den berüchtigten Killerbienen als ihre Königin wahrgenommen wird, scheint eher einem SF-Film entnommen zu sein: vollständig “verklebt” von knapp 100.000 Individuen lenkt er die potentielle Gefahr von einer Stadt ab und wird, wie es gesagt werde, kaum gestochen.
Der Film bietet weit mehr. Auch einen Burger, der aus einer halben Million Mücken besteht. Oder so proteinreiche Fliegen, dass 20 Stück davon den Kalorienbedarf pro Tag einer ausgewachsenen Möwe decken…
Diese Dokumentation ist in jeder Hinsicht - ob Bild, Ton oder Kommentar - perfekt. Und verdient weit mehr, als “nur” fünf Sterne. Absolut empfehlenswert!

Megaschwärme - Die Macht der Masse (1 DVD)
Polyband Medien GmbH
Reihe: Dokumentarfilm, Natur, DVD
Erscheinungsjahr: 27.08.2010
Spiellänge: 104 Min.
Sprache: Deutsch (DTS-HD 2.0), Englisch (DTS-HD 2.0)

15,97 Euro

Kaufen bei Amazon (de):

SMM 2010 in Hamburg


2010
08.18

Bald öffnet in Hamburg ihre Tore die weltweite Leitmesse der maritimen Industrie: Shipbuilding, Machinery & Maritime Technology 2010 (SMM). Auch dieses Jahr werden in der Hansestadt die führenden Unternehmen aus aller Welt vertreten sein. Die alle zwei Jahre in Hamburg stattfindende Messe wird einmal mehr das gesamte Spektrum der globalen Schiffbauindustrie vorführen. In Europa gibt es keine bessere Möglichkeit, um sich mit den wichtigsten maritimen Unternehmen und ihren Innovationen auseinandersetzen zu können.
2008 trafen auf der SMM 1.968 Aussteller und 53.006 Besucher aus 100 Nationen zusammen. Diese Zahlen dürfen durchaus positiv interpretiert werden: weltweit gibt es keine andere maritime Fachmesse, die ein solches Publikum und Ausstellerspektrum vorweisen kann. Was nicht weniger zählt, ist die Tatsache, dass 98% der 2008-Aussteller die SMM als die weltweit wichtigste Messe der maritimen Branche erachten.

Dieses Jahr werden wohl Umwelt, Sicherheit und Effizienz die größten Themen der SMM sein. Die maritime Industrie befindet sich zweifelsohne in einer wichtigen Umbruchphase. Diese konfrontiert den Schiffbau mit neuen Herausforderungen, bedeutet aber gleichzeitig auch Chancen und den damit verbundenen zukünftigen Erfolg.
SMM setzt - wie immer - neue Maßstäbe: diesmal wird sie zum Schauplatz des weltweit ersten internationalen Umweltgipfels der maritimen Branche. An zwei Tagen werden Experten aus aller Welt auf dem global maritime environmental congress (gmec) ihre Visionen ausbreiten. Nachhaltige ökologische Schifffahrt rückt somit immer näher ins Reale.
Somit kann es nur einen Fazit geben: auf, nach Hamburg!

Ein paar freie Augenblicke…


2010
08.13

Eine zeitlich eher begrenzte Reise brachte mich an den See Galadus. Dieser liegt direkt auf der polnisch-litauischen Grenze und ist damit defacto auch ein Grenzsee. Seine Tiefe variiert zwischen 12 (Durchschnittstiefe) und 54,8 Meter (der tiefste Punkt). Der See selbst ist bei Wikipedia leider recht spärlich beschrieben, dazu nur auf Polnisch und Litauisch.
Der Besuch lohnt auf jeden Fall. Die hiesige Seeenplatte liegt hinter der Masurischen und ist nicht so wie diese von Touristen überlaufen. Man kann hier durchaus - selbst im Hochsommer - einen ganzen See ”für sich genießen”. Außerdem ist diese Region für mehrere Sportarten mehr denn geeignet: Segeln, Kajakfahren, Mountain-Biking, Wandern zu Fuß und auf dem Fahrrad, Nordic-Walking, Reiten. Persönich würde ich auch auf Paragleiting setzten, vorausgesetzt, man kommt gut zurecht mit dem Wolken-Aufschub, denn die Hügeln sind hier nicht all zu hoch.

Foto: Galadus See an der polnisch-litauischen Grenze / Leo Walotek-Scheidegger
Foto: Galadus See an der polnisch-litauischen Grenze / Leo Walotek-Scheidegger

Last but not least ist es auch idealer Platz für Astronomiebegeisterte und Astrofotografen. Wo sonst - selbst in einer Kleinstadt - ist beim wolkenfreien Himmel die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht zu sehen? Auf dem Lande dafür seht man buchstäblich den Deep Space. 
Ich selbst genieße hier seit ein paar Jahren (wenn die Zeit es gerade zulässt) die Perseiden-Schauer. Dieses spektakuläre Meteoriten-Auftauchen - dessen Apogeum um den 12. August zu bewundern ist - geht auf die Staubpartikel zurück, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlassen hat. Diese wird eben im August durch die Erde durchkreuzt.
Suwalszczyzna, wunderschöne Landschaft, in der man sich durchaus freizeitmäßig austoben kann…

Ein ESA-Auge über dem Meer… (Fortsetzung folgt)


2010
08.09

Es ist ein neuer Zyklus auf 4mare.com. Ein Blick auf Meere mithilfe eines Satelliten. Und dennoch eines besonderen: des europäischen ESA Envisat.
Ozeane rückten näher in unseres Bewusstsein spätestens dann, als die Satelliten ihre Bilder der Erde “von draußen” lieferten. Erst da wurde “der blaue Planet” geboren. Erst da wurde wirklich wahrgenommen, dass die Ozeane größer sind, als die Landmassen der Kontinente. Man schwärmt zwar oft bei Dokumentationen, die mithilfe der NASA entstanden,  vergisst jedoch dabei, dass die europäische ESA nicht weniger leistet. Und auf ihre Leistung kann man durchaus stolz sein.

Foto: Petermann Gletscher bricht ab, ein gigantischer Eisberg entsteht / Envisat ESA

Foto: Petermann Gletscher bricht ab, ein gigantischer Eisberg entsteht / Envisat ESA

Anfang August 2010 funkte Envisat atemberaubende Aufnahmen der Arktis zur Erde. Es ist der äußerst seltene Moment der Geburt eines Giganten. Ein Teil des Petermann Gletschers - im nordwestlichen Grönland -  bricht gerade ab und wird zum gigantischen Eisberg. Dieser macht sich über die Nares-Straße (Nares Strait) auf den Weg zum Arktischen Ozean.
Petermann Gletscher gehört zu den größten Gletschern Grönlands. Da er das legendäre Inlandeis der Insel mit dem Arktischen Ozean verbindet, gehört er gleichzeitig zum “Abfluss-System” des Inlandeises. Gletscher vergleichbarer Größe gleiten weit ins Meer und bilden sogenannte “Eiszungen”. Anfang August war die Eiszunge des Petermanns knapp 70 Kilometer lang. Der abgebrochene Riese ist 30 Kilometer lang und beinahe 14 Kilometer breit. Seine Fläche beträgt 245 Quadratkilometer.
Nares-Straße trennt Grönland von der kanadischen llesmere Island und verbindet gleichzeitig die Lincolnsee im Arktischen Ozean mit der Baffin-Bucht (Baffin Bay, auch Baffinbai oder (dän.) Baffin Bugten). Diese Wasserstraße ist für die normale Schifffahrt äußerst riskant, jedoch in den Monaten August und September - je nach Eislage - mit Eisbrechern befahrbar.

Die Animation basiert auf Bildern des Envisat Advanced Synthetic Aperture Radar (ASAR), die am 31. Juli, 4. und 7. August 2010 aufgenommen wurden. Ein vergleichbares Kalben eines Gletschers wurde an derselben Stelle zuletzt vor beinahe 19 Jahren wahrgenommen. Die damaligen Aufnahmen wurden am 19. August 1991 vom ERS-1 SAR geschossen.

Golf von Mexiko: hoffnungsvolle Nachrichten!


2010
08.06

Aus dem Golf von Mexiko - und Washington - kommen endlich mal hoffnungsvollere Nachrichten. Der Blowout ist endlich mal gestoppt, das Öl tritt nicht mehr aus dem Bohrloch frei in den Golf aus. Die NOAA, amerikanische Wetter- und Ozeanbehörde, liefert folgende Zahlen, was die Ölpest im Golf betrifft:

  • 17 % des Öls wurden direkt am Bohrloch aufgefangen
  • 25 % sollen sich aufgelöst haben oder seinen verdunstet (was immer das bedeuten mag…)
  • 16 % seien auf natürliche Weise in kleine Tröpfchen zerfallen (was passiert damit weiter, wurde nicht mitgeteilt)
  • 8 % seien durch Chemikalien zersetzt worden (von denen man nicht ganz sicher ist, wie stark sie das Leben im Golf beeintrechtigen)
  • 5 % seien verbrannt worden
  • 3 % wurden von den Hilfskräften beseitigt

Es bleiben immer noch 26 %. Diese sollen sich an oder unter der NOAA befinden, bzw. an den bedrohten oder schon vom Öl überschwemmten Stränden der Region. Es wird nämlich immer noch damit gerechnet, dass Teerklumpen an manchen Küstenabschnitten landen. “New York Times” berichtet, von dem Öl auf hoher See solle wahrscheinlich keine größere Bedrohung mehr ausgehen. Wissenschaftler, die die amerikanische Regierung beraten, seinen der Meinung, die Verschmutzung werde jetzt schnell abgebaut. NOAA stimmt diesen Angaben zu.

Foto: Benthoctopus sp., ein im Golf von Mexiko lebender Tiefsee-Oktopus / I. MacDonald, CoML

Es muss dennoch gesagt werden, in all diesen Nachrichten spielt Konjunktiv II eine nicht gerade geringe Rolle. Momentan wird auch kaum ein Wort darüber verloren, wie die Langzeitfolgen im Golf aussehen werden. Und dass es diese geben wird, ist mehr als sicher.
So bleibt es zu hoffen, dass gegen den Rest des Ölteppichs weiter gekämpft wird. Damit all die bekannten und die “gerade” vom Census of Marime Life neu entdeckten Wesen eine Überlebenschance haben. Zur bedrohten Spezies gehört, unter anderem, dieser Tiefsee-Oktopus, Benthoctopus sp. Er wurde erst 2009 von den Forschern des CoML entdeckt und lebt im Golf von Mexiko, in einer sagenhaften Tiefe von 2.700 Metern. Katalogisiert wurde der bis dato kleine Unbekannte von D.L. Felder und D.K. Camp; das Bild wurde von I. MacDonald aufgenommen.

Ostsee: stärkste Algenblüte seit 2005


2010
08.03

Die erdrückende Hitze, die Europa seit einigen Wochen zum Backofen macht, setzt auch der Ostsee zu. Die hohen Temperaturen, verursacht durch das eher ruhige Wetter haben ein enormes Algenwachstum in der Ostsee ausgelöst. Es handelt sich hierbei um das stärkste Algenwachstum seit dem Jahr 2005. Knapp 377.000 Quadratkilometer unseres “Hausmeeres” sind mit einer Blaualgen-Schicht bedeckt. Das ist eine Fläche, die 20.000 Quadratkilometer größer ist als… die Bundesrepublik Deutschland. Die “dickste” Schicht driftet auf offener See.

Foto: extreme Algenblüte in der Ostsee / Envisat / ESA

Foto: extreme Algenblüte in der Ostsee / Envisat MERIS, ESA

Algenblüte ist eigentlich ein natürliches Phänomen. Der sehr hohe Nährstoffgehalt der Ostsee lässt leider das photoautotrophe Plankton im Grunde explosionsartig vermehren. Dies bedeutet ein langsames Absterben der Meeresumwelt. Denn: die Algenblüte führt zur Verschärfung der schon jetzt immensen Sauerstoffprobleme der Ostsee. Dort wo die Algen absterben, entstehen regelrechte Todeszonen ohne Sauerstoff, die sich zusätzlich über den Meeresboden ausweiten. Beim Absterben der Blaualgen wird besonders viel Sauerstoff verbraucht. Es entsteht der äußerst giftige Schwefelwasserstoff, der allen Organismen, auch dem Menschen, schadet. Der Nährstoffgehalt der Ostsee hängt stark zusammen mit der exzessiven Landwirtschaft der Anrainerstaaten.
Hier die Live-Überwachung des Algenteppichs, durchgeführt vom Swedish Meteorological and Hydrological Institute.

Ölbohrplattform Deepwater Horizon (Transocean Ltd) gesunken


2010
04.22

Die Explosion und das anschließende Feuerinferno verursachten am Dienstag, den 20. April einen Totalschäden auf der Ölbohrplattform “Deepwater Horizon” des an der Schweizer Börse kotierten Unternehmens Transocean Ltd. Die Ölbohrplattform lag im Golf von Mexico, ca. 40 Seemeilen südöstlich der Ortschaft Venice entfernt (US-Bundesstaat Louisiana). Gestern war es noch nicht absehbar, wie lange die Flammen noch wüten würden. Bereits heute sank die schwer beschädigte “Deepwater Horizon”. US Coast Guard, die amerikanische Küstenwache, rettete vor dem Untergang der Plattform 115 der 126 Arbeiter der DH-Crew. 7 davon sind schwer verletzt und im kritischen Zustand. 11 weitere Personen werden noch vermisst.
Das Bild zeigt gestrigen Kampf der Löscheinheiten gegen lodernde Flamen. Die Ursachen der Explosion sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannt. Mehrere Hubschrauber, Flugzeuge und Rettungskreuzer der USCG suchen weiterhin nach den 11 vermissten DH-Mitarbeitern.
Es wurde bereits versucht - so das Unternehmen - mit Unterseerobotern  Teile des Ausrüstung zu bergen, sowie den Ölfluss zu stoppen. Bislang blieben jedoch alle diese Versuche erfolglos, wie der Sprecher der Transocean Ltd mitteilte. Die Ölbohrplattform wurde 2001 in Südkorea gebaut. Den ersten Analysen zufolge würde ein Wiederaufbau der Förderinsel rund 600 Mio USD kosten. Die Tiefbohrungen, die die Deepwater Horizon durchführte, reichten bereits im September 2009 bis auf 10.685 Meter (35055 ft), Wassertiefe nicht eingerechnet (die an der Positionierungsstelle 1.258 Meter beträgt (4.130 ft). Laut BP ist das die bisher tiefste Öltiefbohrung weltweit. US Coast Guard und NOAA befürchten, dass aus dem unterseeischen Bohrloch täglich 1,13 Millionen Liter Rohöl ausströmen. In den Tanks der Plattform - die mit ihr sanken - befanden sich 2,5 Millionen Liter Diesel.

Foto: Feuerinferno auf Deepwater Horizon / US Coast Guard

Foto: Feuerinferno auf Deepwater Horizon / US Coast Guard