Eine zeitlich eher begrenzte Reise brachte mich an den See Galadus. Dieser liegt direkt auf der polnisch-litauischen Grenze und ist damit defacto auch ein Grenzsee. Seine Tiefe variiert zwischen 12 (Durchschnittstiefe) und 54,8 Meter (der tiefste Punkt). Der See selbst ist bei Wikipedia leider recht spärlich beschrieben, dazu nur auf Polnisch und Litauisch.
Der Besuch lohnt auf jeden Fall. Die hiesige Seeenplatte liegt hinter der Masurischen und ist nicht so wie diese von Touristen überlaufen. Man kann hier durchaus - selbst im Hochsommer - einen ganzen See ”für sich genießen”. Außerdem ist diese Region für mehrere Sportarten mehr denn geeignet: Segeln, Kajakfahren, Mountain-Biking, Wandern zu Fuß und auf dem Fahrrad, Nordic-Walking, Reiten. Persönich würde ich auch auf Paragleiting setzten, vorausgesetzt, man kommt gut zurecht mit dem Wolken-Aufschub, denn die Hügeln sind hier nicht all zu hoch.
Foto: Galadus See an der polnisch-litauischen Grenze / Leo Walotek-Scheidegger
Last but not least ist es auch idealer Platz für Astronomiebegeisterte und Astrofotografen. Wo sonst - selbst in einer Kleinstadt - ist beim wolkenfreien Himmel die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht zu sehen? Auf dem Lande dafür seht man buchstäblich den Deep Space.
Ich selbst genieße hier seit ein paar Jahren (wenn die Zeit es gerade zulässt) die Perseiden-Schauer. Dieses spektakuläre Meteoriten-Auftauchen - dessen Apogeum um den 12. August zu bewundern ist - geht auf die Staubpartikel zurück, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlassen hat. Diese wird eben im August durch die Erde durchkreuzt.
Suwalszczyzna, wunderschöne Landschaft, in der man sich durchaus freizeitmäßig austoben kann…
In den Tagen 14-17. Mai besucht Fregatte “Sachsen” (F 219) den polnischen Hafen Gdynia (Gdingen). In dieser Zeit wird sie vom polnischen TV-Sender TVP Gdańsk, so wie von einigen Pressejournalisten besucht, die mehr über das Schiff und die Crew erfahren und darüber in den polnischen Medien berichten wollen.
Es ist mir eine Ehre, den Kommandanten, Fregattenkapitän Markus Nolte, und seine Offiziere auf einen Spaziergang durch die Danziger Altstadt mitnehmen zu dürfen.
Foto: Fregatte "Sachsen" in Wilhelmshaven, ihrem Heimathafen / Leo Walotek-Scheidegger
Das Schiff wurde im November 2004 - mit Heimathafen Wilhelmshaven - offiziell in Dienst gestellt. 2007 war “Sachsen” Mitglied der Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG 1).
2009, was nicht jeder weiß, nahm die “Sachsen” vor der Küste Floridas an der Übung UNITAS teil. Während dieser beteiligte sie sich am 29. April an der Versenkung des Zerstörers USS Conolly (DD-979). An der Übung nahmen außer ihr einige Helikopter, die USS Oscar Austin (DDG-79), die USS Donald Cook (DDG-75) und die Fregatte Lübeck (F 214) teil.
Heute ging in Düsseldorf die Wassersportmesse “boot” 2010 zu Ende. Neben einer Vielfalt von Superyachten, Yachten, Booten, Trawlern oder Kajaks und Kanus wurden auch Software, separate Ersatz- & Ausrüstungsteile sowie Rettungsmittel präsentiert. Der interessierte Besucher konnte eine neue Tragetasche mit Solarzellen bei o-range bags & solutions erwerben, sich nach einem Charter umsehen oder den maritimen Simulator zuhause mit professionellen Lösungsmöglichkeiten einer Schiffsbrücke aufstocken: Gerade die Marex-OS-Systeme von Rexroth für intuitives Manövrieren haben es in sich.
Unter den “klassischen” Künstlern sah man Franco Pace, aber auch die jüngere Generation rückte mit ihren Arbeiten ins Rampenlicht. So waren u.a. Unterwasserfotografien von Todd Essick zu sehen, der mit seinen Meeresjungfrauen fürs Aufsehen sorgte. Helmut Horn und Norbert Probst haben nicht weniger aufregende Schnappschüsse gezeigt.
Selbst wenn manch ein Aussteller vom Vorjahr nicht mehr dabei war, haben die anwesenden zugegeben, in diesem Jahr endlich wieder den frischen Wind einer Hausse bemerkt zu haben. Die Erwartungen vieler Aussteller wurden übertroffen. Nach einem sehr schwierigen Wirtschaftsjahr 2009 blickt die Wassersportbranche wieder mit Zuversicht in die Zukunft.
boot 2010 wurde von über 240.000 Besuchern aus über 60 Ländern aufgesucht: Diese wurden sicherlich nicht enttäuscht. See you all next year!
Zentrale Botschaft der “boot” lautet, wie immer wohl, „360° Wassersport erleben“. Dies stimmt durchaus, denn nirgendwo sonst kann einem eine solche Schlemmfülle an Wassersportausrüstung präsentiert werden. Ob Segelyacht oder Kajak, Angelrute oder Kanu, hier findet man… alles. Nicht zu vergessen ist auch gute Portion an professioneller Literatur: Unter anderem wird Delius Klasing Verlag seine Publikationen den Besuchern schmackhaft machen. Darunter gibt es viele Bücher, die nicht nur für eine Schlechtwetterperiode gedacht sind…
Die “boot” startet heute und wird bis zum 31.01 die gesamte Vielfalt des Wassersports und die Tops der kommenden Saison zeigen. Es bleibt somit nicht viel mehr zu sagen als: Auf, nach Düsseldorf!
Foto: Ein "Cadillac-Boot" aus Holland auf der "boot" / Leo Walotek-Scheidegger
Während aus Somalia recht positive News - zumindest nach Griechenland - durchdringen, wurden die hiesigen Segler schockiert…
Somalische Piraten gaben den von ihnen vor sieben Wochen gekaperten griechischen Supertanker “Maran Centaurus” frei. Laut der europäischen Antipiraterie-Mission, Atalanta, setzte der VLCC schon gestern seine Reise fort. Dennoch, stressfrei wurde seine Freilassung nicht. Griechische Medien gaben an, dass rivalisierende Seeräuberbanden direkt nach dem Abwurf des Lösegeldes sich gegenseitig unter Beschuss nahmen. Glücklicherweise wurde kein Mitglied der 28-köpfigen Besatzung verletzt. Das Szenario soll trotzdem dramatische Züge angenommen haben. “Maran Centaurus” wurde Ende November 2009 nordöstlich der Seychellen von den Somalis gekapert und unter ihrem Kommando an die Küste Somalias gebracht.
Soweit die guten News. Die schlechten betreffen Bernt Lüchtenborg. Aufgrund “erheblicher Zweifel an den Logbucheintragungen und den Reiseverlaufschilderungen des Herrn Bernt Lüchtenborg” wurde ihm der”Trans-Ocean”, den er 2005 bekam, aberkannt. Man sei der Meinung, “Lüchtenborg sei, entgegen seinen Schilderungen, offenbar niemals in der Antarktis gewesen.”
Die “Eilmeldung“, die auf der Website des Trans-Ocean am 15.01 erschien, teilt mit: Mit Beschluss vom 11.01.2010 hat der Vorstand, nach Rücksprache mit der Jury, die 2005 über die Vergabe des „Trans-Ocean“ Preises entschieden hatte, soweit die Jurymitglieder noch im Amt sind, entschieden, den „Trans-Ocean“ Preis 2005 Herrn Bernt Lüchtenborg abzuerkennen.
Mag sein, viele haben schon länger ihre Zweifel und Einwände hierzu geäußert. Schockierend ist es dennoch; gerade, weil das Meer angeblich den Charakter positiv umschmieden solle. Ob Tiger Woods oder Bernt Lüchtenborg… neue Helden braucht das Land. Und vor allem der faire Sport.
Im Januar sprach ich mit Bernt Lüchtenborg während der Boot Düsseldorf. Schon damals gab es paar unangenehme Momente in seiner Vorbereitungsphase. In Düsseldorf sollte er gerade einen Dia-Vortrag halten, da wurde in seinen Wagen eingebrochen und alles war weg: Pcs, Dia-Show-Ausrüstung… Und dennoch: Wer sich an dem Abend für seine Erzählung entschloss, kam auf seine Kosten. Kurze Zeit später ging sein nächster Törn los, gleich zweimal um den Globus sollte es gehen, ein Weltrekord.
Foto: Bernt Lüchtenborg an Deck seiner Yacht / www.sail2horizons.com
Bernt fand nicht nur Sponsoren, er realisierte auch ein wissenschaftliches Programm dabei: Im Südpolarmeer sammelte er Daten im Auftrag des Leibniz-Instituts für Meereskunde. Letzte Woche machten ihm ein Sturm, sieben Meter hohe Wellen und ein fataler Ruderschaden den Strich durch die Rechnung. Ob sein Projekt sail2horizons zu Ende - seinem Wunsch nach - gehen wird, ist noch ungewiss. Rund 500 Seemeilen vor Neuseeland ist er am Sonntag offensichtlich mit einem Gegenstand kollidiert. Er vermutete einen Wal dahinter. Seine Yacht ließ sich nicht mehr steuern, er trieb am Treibanker in der Tasmanischen See, der Gefahr recht nah, sein steuerloses Boot könnte quer schlagen.
Wie Bernd es auf seiner Seite mitteilt, musste er sich retten lassen - vom Kreuzfahrtschiff “Seven Seas Mariner” - will aber in Neuseeland nach einem “Abschleppdienst” suchen, mit dem er seine verlassene Yacht zurückholen werde und sie in Neuseeland reparieren lässt. Denn danach soll`s weiter gehen.
Von allen Robbenarten steht nur diese im Ruf, ein echter Jäger zu sein: Der Seeleopard, hydrurga leptonyx. Schon Frank Worsley, der Skipper von Sir Ernest Shackletons Schiff “Endurance“, schrieb begeistert über die wilden, schönen Bestien. Den Namen trägt er aufgrund seines gefleckten Fells und weil er ein Beutegreifer ist. Zwar frißt er zu 60% Krill (und nur mäßig Fisch), aber erbeutet auch regelmäßig warmblütige Wirbeltiere wie Pinguine und junge Robben (anderer Arten). Im Wasser ist er äußerst wendig, kann aber auch beachtliche Geschwindigkeit erreichen, bis zu 40km/h. Diese erlaubt ihm sein stromlinienförmigen Körper und ungewöhnlich abgeflachter, fast reptilienartig wirkender Kopf. Ein männlicher Seeleopard kann etwa 3 Meter lang werden, ein Weibchen erreicht nahezu 4 Meter Körperlänge. Das Gewicht eines Männchens liegt bei 250-270 kg, das eines Weibchens bei fast 450 kg. Die Zähne des Tieres sind nicht scharf, dafür aber verfügen die Robben über eine enorme Kraft in den Unterkiefern. Deswegen reißen sie ihre Beute auseinander, anstatt sie mit ihren Zähnen zu zerschneiden. Macht der Seeleopard seinen Maul auf, beträgt die Spannweite zwischen Ober- und Unterkiefer fast einen Meter. Ein perfekter Predator also, der fürs natürliche Gleichgewicht in seiner Umgebung sorgt.
Foto: Der Seeleopard (Hydrurga leptonyx) / www.dareksepiolo.com
Im Juli 2003 wurde die britische Wissenschaftlerin Kirsty Brown beim Schnorcheln in der Nähe der Forschungsstation Rothera von einem Seeleoparden gepackt und in die Tiefe gezogen. Sie ertrank. Dies ist der bisher einzige bekannte Todesfall durch einen Seeleoparden, wobei es in der Vergangenheit schon häufiger zu Angriffen auf Menschen kam.
Die großartige Aufnahme der “gähnenden” Hydrurga machte Darek Sepioło, ein fabelhafter Unterwasserfotograf, Verleger und Reisejournalist des polnischen Tauchermagazines “Wielki Błękit” (Deep Blue). Er gewann damit den ersten Preis beim Fotowettbewerb National Geographic Poland 2009, in der kategorie “Tiere”.
Die kürzeste Rezension dieses 6-Teilers - beim Verkauf - könnte durchaus so lauten: Sollten Sie nach den ersten 5 Minuten unzufrieden sein, nehmen wir die DVD zurück und erstatten Ihnen Ihr Geld. Ich vermute, kaum jemand würde sich für diesen Schritt entscheiden!
Möchte man einen gewaltigen Brecher vom inneren in einer fabelhaften Slow-Motion-Aufnahme sehen? Wenn dabei die Luftblasen auf der Oberfläche des Meeres wie zersplitterndes Glas explodieren; parallel entstehende Luftwirbel, die wie kleine “Tornados” die Wasserwand direkt dahinter rotierend begleiten? Und den Surfer mitten drin? Einen Albatros, der sich aus dem Rahen eines Hais zu retten versucht? Oder Seeelefanten, die sich scheinbar im gewaltigen Tang-Spaghetti auf die Küste zubewegen? Das, und vieles “Meer” präsentiert diese Doku. Dabei ist die Rede von den ersten fünf Minuten, der ersten Folge!
Diese Einführung könnte eine Art Trailer sein. Aber sie macht nicht die spannendsten Momente zunichte, so dass danach nur noch Enttäuschung aufkeimen würde.
“Südsee” ist mit einer solchen Professionalität aufgenommen worden, dass man sich durchaus beim Zuschauen verschlucken kann. Und darf.
Die meisten Natur- & Filmfans, die sich für diesen 6-Teiler entscheiden könnten, kennen wohl die BBC-Produktion “Planet Erde”. Viele, wie in den anderen Rezensionen erwähnt, sehen darin ein Maß aller Dinge. Nun, bei Südsee hat sich die British Broadcasting Corporation wieder einmal richtig ins Zeug gesetzt. Und ich würde behaupten, ab jetzt gibt es einen zweiten Meilenstein, möglicherweise ein Maß…
Viel wichtiger jedoch als “wie toll & super” ist der absolute Genuss!
Man schaut schließlich nicht jeden Tag Riesenkrabben zu, wie sie beim Klettern zu… Palmendieben werden. Aber da verrate ich schon wieder zu viel.
Fabelhaft… ist sicherlich untertrieben!
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Die Südsee (2 DVDs)
Polyband Medien GmbH
Reihe: Dokumentarfilm, Natur, DVD
Erscheinungsjahr: 30.10.2009
Format: 300 Min. + 60 Min. Bonus, Ohne Altersbeschränkung, 16:9, Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Höhepunkt des Monats zu Wasser ist wohl die “Hydroptère”. Am 7.09 brach der „fliegende“ Trimaran die 50-Knoten-Segeln-Schallmauer.
- Mit mehr als 100 Sachen pro Stunde zu segeln ist schon beinahe besser als Sex! - meinte der durchaus zufriedene Alain Thébault nach dem Rekord vor der französischen Küste bei Hyères. Der Trimaran, der auf Foils „schwebt“, meldete sich mit dieser Tat recht spektakulär zurück, nachdem er Anfang des Jahres gekentert ist.
Es war damals nicht ganz ohne: Bei voller Fahr überschlug sich das Boot und brach auf der Stelle den Mast. Zwar gab es keine besonderen Verletzungen, aber das hinter dem Weltrekord hechelnde Team schien ziemlich weit von ihm entfernt.
Foto: Der fliegende Hydroptère / Gilles Martin-Raget
Dieses Mal ging alles glatt über die Bühne. Wind: 25 Knoten, in Böen bis zu 28 Knoten, es konnte gar nicht besser werden. Bei der vom World Sailing Speed Council (WSSRC) geforderten 500-Meter-Strecke schaffte “Hydroptère” den Durchschnitt von 51,36 Knoten! Zeitweise flog “Hydroptère” sogar 55,5 Knoten. Die 1-Semeile-Strecke wurde mit über 48 Knoten gepflügt. Ein Paradebeispiel für alle Geschwindigkeit-Fans.
Dennoch: Alle Werte müssen noch vom WSSRC bestätigt werden.
Foto: Der fliegende Hydroptère / Gilles Martin-Raget
Die bisherige Bestmarke hielt der Kite-Surfer Alexander Caizergues mit 50,57 Knoten, schnellstes Segelfahrzeugwiederum war “Macquarie Innovation” mit 50,07 Knoten. “Hydroptère” ist damit überhaupt erst das zweite „Schiff“, das die 50-Knoten-Segeln-Schallmauer durchbrach.
Meisterhafte Fotos wurden geschossen vom Gilles Martin-Raget, dessen Alben “Mythos Klassische Yachten” bei 4mare.com zu finden ist.
Glückwunsch!
Gibt es Meeresjungfrauen? Tja, hin und wieder. Todd Essick ist der letzte und durchaus gelungener Entdecker dieser sagenumwobener Fabelwesen. Der amerikanische Fotograf ist nicht nur der letzte Schrei auf der anderen Seite des großen Teichs, was die Unterwasserfotografie angehet. Er ist einer der besten weltweit. Aber – das muss man ihm lassen – diesen Ruf hat er sich wohl verdient.
Seine Models scheinen nicht nur schwerelos unter Wasser – was eigentlich jeder empfindet, der sich dem blauen Element hingibt – sie wirken, als wären sie in ihrer natürlichen Umgebung. Auch, was das Atmen angeht.
Füe eine seiner Sessions wählte er einen ungewöhnlichen Platz aus. Drei Meilen vor Key Biscayne befindet sich Amerikas ungewöhnlichste Unterwasserattraktion: der Friedhof Neptune Memorial Reef. Die mystische Stimmung dieser Gräber und Skulpturen brachte Essick auf die Wassernixen-Idee.
Der Friedhof selbst wurde gerade Ende 2007 eröffnet. Er ist die Idee von Gary Levine und Kim Brendall, einem Künstler und einem Designer. Momentan sieht es so aus, als könnte sich diese „letzte Ruhestätte“ für die beiden zur Goldgrube entwickeln. Mittlerweile wurden über 80 Gräber in der Tiefe verkauft, bei relativ annehmbaren Preisen: bis zu 6.700 US Dollar. Zum ersten Kunden wurde Bert Kilbridge, ein Taucher, der im März 2008 im Alter von 93 Jahren verstarb. Sein Sohn sagte, sein Vater würde sich geehrt fühlen, da er sich zeitlebens mit dem Meer identifizierte.
Es sind knapp sechs Hektar Fläche und dennoch Platz genug für insgesamt über 100.000 Gräber. Teilweise werden die Toten in Urnen beigesetzt, teilweise wird ihre Asche mit dem Beton für (neue) Skulpturen vermischt. “Neptune Society”, das Unternehmen, das die Idee in die Tat umsetzt, sagt, der Friedhof solle nicht nur eine Gedenkstätte sein, sondern auch zum größten künstlichen Riff der Welt werden. Damit schließt sich der Kreis: Die Toten werden so zum Teil des neu entstandenen Ökosystems.
Der aller Anfang war selbstverständlich schwer, schon die Genehmigung für das Projekt erforderte nicht nur Geduld. Die Betreiber sind heutzutage dennoch sehr zufrieden. Die Unterwasserstätte spricht schon jetzt verschiedene Zielgruppen an: Taucher, Menschen, die sich hier einen Platz sichern wollen (und ihre Familien als Besucher), last but not least auch Biologen, die die Entstehung dieses künstlichen Riffs dokumentieren wollen.
Umweltschützer unterstützen auch den Neptune Memorial Park. Auf der Seite der Ideengeber stehen auch Tourismusbehörden und Tauchschulen: Schliesslich bekommen sie eine neue Attraktion. Viele der Sporttaucher sind nach dem Tripp begeistert: Kaum ein anderer Tauchgebiet strahle eine solche Mystik und Ruhe aus, sagen sie. Also doch kein Kitsch.
Biologen, die den Friedhof regelmäßig besuchen, stellten schon über 30 Fischarten fest, die sich hier bereits angesiedelt haben.
Für die Hinterblieben hat der Platz auch gewisse Vorteile, denn die Grabpflege entfällt, man braucht auch keine Blumen oder Kerzen bei Besuchen. Zugegeben, einen Tauchschein sollte man gemacht haben.
Und Todd? Er scheint ins Schwarze getroffen zu haben. Seine Webseite ist unter der folgenden Adresse zu finden: www.essickphoto.com