2010
07.16
Höchste Zeit, der Hitze, die Europa gerade zu einer Bratpfanne macht, auszuweichen. Unter Wasser natürlich. Dieses Mal in einem der fünf russischen Forschungsuboote.
Vor kurzem sah ich die sovietischen Briefmarken von 1990 bei ebay.de und erwarb sie. Die erste Briefmarke zeigt das legendäre Boot “Mir 1″, das in der letzten Zeit mehrmals für mediale Schlagzeilen sorgte.
In der zweiten Hälfte der `90 Jahre unternahm damit - als zahlender Passagier und gleichzeitig drehender Regisseur - James Cameron einige Fahrten zum Wrack der RMS Titanic. Während dieser Tauchgänge entstanden Aufnahmen zu seinem Film Titanic (1997). Im Jahre 2003 machte “Mir 1″ mit seinem Schwesterboot, der “Mir 2″, zwölf Tauchgänge, bei denen ein weiterer Film von Cameron entstand, Ghosts of the Abyss, eine 3D-Titanic-Dokumentation. Dieser Film wurde nur in den IMAX-Kinos gezeigt. Bei diesen Tauchfahrten erreichten die Uboote eine Tiefe von 3.821 Metern. 2002 unternahmen die beiden “Mir” Exkursionen zum Wrack der “Bismarck”. Diese versank im Atlantischen Ozean am 27. Mai 1941, nach einem Gefecht mit britischen Schlachtschiffen “Rodney” und “King George V”. Die “Bismarck” liegt auf der Position 48° 9′ 58″ N, 16° 12′ 0″ W, in knapp 4.700 Meter Tiefe. Mit der Unterstützung der beiden russischen Forschungsuboote produzierte James Cameron die Dokumentation Die Bismarck - Geheimnisvolle Expedition zur deutschen Titanic.

“Mir 1″ sorgte auch danach für Aufregung. Am 2. August 2007 wurde mit dem Greifarm des Ubootes in 4.621 Meter Tiefe die russische Flagge in den Meeresboden unterhalb des geographischen Nordpols gerammt. Mit der ehrgeizigen Expedition wollte Moskau seinen Anspruch auf fast 1,2 Millionen Quadratkilometer Gebiet in der Polarregion stützen, in dem riesige Gas- und Erdölvorkommen vermutet werden. Das Pokerspiel um dieses Gebiet, das über drei Mal so groß wie Deutschland ist, dauert immer noch. Russland muss nachweisen, dass der Lomonosov Rücken, ein unterseeisches Gebirge, die “Verlängerung der eigenen - russischen - Kontinentallandmasse” ist. Damit würde sich das Land den Löwenanteil des Nordpolargebiets sichern können und der in der Tiefe schlummernden Ressourcen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, da das Unterseegebirge nördlich von Sibirien beginnt und nur knapp, ca. 250 Kilometer, an dem Nordpol vorbei bis vor die Nordküste Grönlands führt.
Der letzte mediale Hyperraumsprung der “Mir 1″ war die 2009 unternommene Tauchfahrt zum Boden des Baikalsees. Man wollte dabei einen neuen Weltrekord im Süßwasser-Tiefseetauchen aufstellen. Medial weckte die Fahrt so viel Aufmerksamkeit, da mit an Bord der russische Ministerpräsident Wladimir Putin war. Nebenbei ging es auch um Wissenschaft: am Boden des Sees lagern angeblich Methanhydrate und diese Stellen sollten untersucht werden.
Beide Mir-Boote sind an Bord des russischen Forschungsschiffs “Akademik Mstislaw Keldysch” stationiert. Zusammen mit ihrem Trägerschiff gehören sie dem russischen Forschungsinstitut P.P. Shirshov Institute of Oceanology of the Russian Academy of Sciences. Dieses, in Deutschland eher als das russische Institut für Arktis- und Antarktisforschung St. Petersburg bekannt, arbeitet eng mit dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel (IFM-GEOMAR) zusammen.
Was kaum jemand weiß, der Bau der beiden “Mir” geht auf die finnisch-sovietische Forschungsarbeit in der Zeit des Kalten Krieges zurück. Beide Boote wurden baugleich in der finnischen Werft Rauma-Repola’s 1987 gebaut. “Mir 1 & 2″ können bin in eine Tiefe von 6.000 Metern tauchen. Damit gehören sie einem exklusiven Klub an, den weltweit schaffen es nur sieben Forschungsuboote. Dazu zählen die amerikanischen Uboote “Alvin“, “Sea Cliff” und “Deepstar 20000″, das japanische “Shinkai 6500” und das französische “Nautile“. “Shinkai 6500″ ist dabei der Lieder der Truppe; er erreichte die Meerestiefe, die in seinem Namen beinhaltet ist (Deepstars “20.000″ beziehen sich auf den Fuß-Längenmaß). 98% der weltweiten Meeresböden liegen unterhalb der 6.000-Meter-Marke.
Jeder der glorreichen sieben kann nur drei Personen an Bord nehmen und jedes der Boote unternahm bisher um die 1000 Tauchfahrten.
Auf den Briefmarken werden außerdem die älteren sovietischen Forschungsuboote abgebildet: Paisis, Tinro 2, Argus und Sievier 2.
Gute Abkühlung wünscht Leo…
Tags: aisis, Akademik Mstislaw Keldysch, Alvin, Argus, Argus und Sievier 2, Baikalsee, Deepstar 20000, Finnland, Forschung-Uboot, Forschungsinstitut, Forschungsuboot, Grönland, IFM-GEOMAR, Institut für Arktis- und Antarktisforschung St. Petersburg, Kiel, Kontinentallandmasse, Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Lomonosov Rücken, Lomonosov Ridge, Meerestiefe, Mir 1, Mir 2, Nautile, Nordpol, Nordpolargebiet, P.P. Shirshov Institute of Oceanology of the Russian Academy of Sciences, Paisis, Polarregion, Rauma-Repola's, russische Forschungsuboote, Russland, Sea Cliff, Shinkai 6500, Sievier 2, Tauchfahrt, Tinro 2, Trägerschiff, Unterseegebirge, unterseeische Meeresrücken, werft, Wladimir Putin Category News, Sicherheit, Technolgie, Wissenschaft |
2010
07.01
Gelungene Promotion: einmal mehr sorgt unsere Marine, das Land Sachsen, vor allem aber Deutschland für positive Schlagzeilen in Polen. Das größte maritime Magazin unserer Nachbarn, Nasze Morze, machte den Besuch der Fregatte “Sachsen” in Gdynia (Gdingen) zu seiner Titelstory im Juni 2010. Die polnische Presse wurde an Bord des Schiffes - mit Erlaubnis des Flottenkommandos und des Kommandanten, Fregattenkapitän Markus Nolte - von mir und meiner Lebensgefährtin, der polnischen Journalistin Krystyna Romanowska, eingeladen. Vor Ort kümmerte sich fabelhaft um die mediale Gruppe der Presseoffizier der “Sachsen”, Oberleutnant zur See Alexander Timpf.
Meiner Mühe ist es zu verdanken, dass die Marine dieses Jahr bereits zum zweiten Mal auf dem Cover von “Nasze Morze” abgebildet wird und damit zur Titelstory aufsteigt. Im April 2010 war es das Uboot U16. U16 wurde auch zum Thema der polnischen Juni-Ausgabe von National Geographic Traveller. Diese Ausgabe wurde vollständig Seereisen gewidmet und U16 als Grund für eine “alternative Seereise” präsentiert.
Der Sachsen-Artikel - im pdf-Format - ist auf 4mare.com zu abrufbar (als Lektüre leider nur für die Leserschaft, die die polnische Sprache beherrscht).

Foto: S wie Sachsen: Der Juni-Cover von "Nasze Morze" / Archiv Nasze Morze
Tags: Fregatte, Fregatte Sachsen, Gdingen, Gdynia, Nasze Morze, Polen, Sachsen Category Allgemein, Hafen, Marine, Maritime Presse, News, Technolgie |
2010
06.28
Meine Fahrt mit der Fregatte SACHSEN von El Ferrol über Amsterdam und Wilhelmshaven nach Kiel ist - leider - zu Ende.
Seit zwei Tagen bin ich wieder am Land, dennoch immer noch “zum Teil unterwegs”. In ca. 3-4 Tagen erscheinen neue Beträge, auf die ich schon jetzt die 4-mare-Leserschar hinweisen möchte. Bis dahin bitte ich noch um etwas Geduld.
Mit Dank im Voraus,
Leo

Foto: Der Autor an Bord der Fregatte SACHSEN / Leo Walotek-Scheidegger
Tags: Amsterdam, El Ferrol, Fregatte, Fregatte Sachsen, Kiel, Leo Walotek-Scheidegger, Sachsen, Wilhelmshaven Category Allgemein, Marine, News |
2010
06.05
Die Fregatte “Niedersachsen” hat auf dem Weg von Sewastopol nach Valencia am 2. Juni den Kanal von Korinth passiert. Während die beiden anderen Schiffe des Einsatz- und Ausbildungsverbandes 2010 - die Fregatte “Brandenburg” und der Einsatzgruppenversorger “Frankfurt am Main” - den um 400 Seemeilen längeren Weg südlich um die Halbinsel Peloponnes herum nahmen, kürzte die Fregatte “Niedersachsen” die Strecke durch den von Menschenhand in den Fels geschlagenen Kanal ab.
Als einziges Schiff des Verbandes erfüllte die Fregatte der Klasse 122 die Anforderungen an Breite (14,6 Meter) und Tiefgang (6 Meter).
Der Kanal von Korinth wurde im Jahre 1893 fertig gestellt, ist 6.343 Meter lang und an der schmalsten Stelle 18,30 Meter breit. Er trennt das griechische Festland von der Halbinsel Peloponnes und verbindet so die Ägäis mit dem Golf von Korinthiakos.

Foto: Fregatte Niedersachsen im Kanal von Korinth / Ricarda Schönbrodt/Marine
Fingerspitzengefühl gefragt
Um 14.38 Uhr war es soweit: Die Einfahrt an der Ostseite des Kanals war erreicht. Langsam war die Spannung auf der Brücke spürbar, handelte es sich doch um eine außergewöhnliche navigatorische Herausforderung. Je dichter der Kanal kam, desto schmaler wirkte er. Fast die gesamte Besatzung hatte sich an Oberdeck versammelt, kaum einer wollte sich dieses einzigartige Erlebnis entgehen lassen. Links und rechts ragten bereits die Felswände bis zu 80 Meter in die Höhe, die Navigation meldete 1,2 Meter Wasser unter dem Kiel. An Umkehren war nicht mehr zu denken. An der schmalsten Stelle der Passage waren keine zwei Meter Platz zu jeder Seite und gefühlt gerade einmal die sprichwörtliche Handbreit Wasser unter dem Kiel.
Genau eine halbe Stunde später wurde es wieder heller: Um 15.08 Uhr öffneten sich die Felswände zu beiden Seiten, der Ausgang an der Westseite des Kanals, und damit der Golf von Korinthiakos, war erreicht.
Hintergründe zum EAV
Der Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) wird jährlich neu zusammengestellt. 2010 setzt er sich aus den Fregatten “Brandenburg” (Flaggschiff) und “Niedersachsen” aus Wilhelmshaven sowie dem Einsatzgruppenversorger “Frankfurt am Main” aus Kiel zusammen. Schwerpunkte der mehrmonatigen Reise waren die Durchführung von Manövern, die Teilnahme an der Operation “Active Endeavour” (OAE) im Mittelmeer und die seemännische Ausbildung von Offizieranwärtern. Der EAV wird am 18. Juni in Wilhelmshaven beziehungsweise Kiel zurückerwartet.
Text: PIZ Marine / Foto: Ricarda Schönbrodt/Marine
Tags: 1893, Active Endeavour, Ägäis, EAV, Fregatte, Fregatte Niedersachsen, Golf von Korinthiakos, Halbinsel Peloponnes, Kanal von Korinth, Korinth, Mittelmeer, Niedersachsen, OAE, Sewastopol, Valencia Category Marine, News, Reisen, Sicherheit |
2010
05.25
Die Lage auf der koreanischen Halbinsel nimmt bedrohliche Züge an. Alles fing an mit der südkoreanischen Korvette “Cheonan” (PCC-772) der Pohang-Klasse, die am 26. März 2010 nahe der Baengnyeong-Insel im Gelben Meer unter zunächst ungeklärten Umständen sank. Man ging von einer Außenexplosion aus; alle Meldungen, es handelte sich um einen Torpedoangriff, wurden jedoch unmittelbar nach dem Unglück dementiert. Auch die Regierung Nordkoreas bestritt die vorgeworfene Beteiligung.
Mittlerweile machte die südkoreanische Untersuchungskommission offiziell Nordkorea für die Versenkung des Kriegsschiffs verantwortlich. An der Arbeit der Kommission beteiligten sich auch unabhängige Spezialisten aus den USA, Australien, Großbritannien und Schweden. Der Untersuchung zufolge sei die “Cheonan” eindeutig von einem nordkoreanischen CHT-02D-Torpedo versenkt worden, abgeschossen von einem nordkoreanischen Mini-Uboot der Yeono-Klasse. Dafür sprechen die Funde von RDX, einer besonderen Art Sprengstoff, Teilen des Motors und der Steuerelektronik, sowie einem großen Teil des Propellers eines Torpedos.
Am 15. April wurde das Heck des Schiffes geborgen. In den Trümmern befanden sich 36 Leichen südkoreanischer Seeleute. Am 24. April wurde der Bug der Korvette von einem Schwimmkram gehoben. Bei der Versenkung kamen insgesamt 46 Menschen ums Leben.

Foto: der geborgene Bug der "Cheonan" / Ki Geum Sung
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die Waffe von einem nordkoreanischen U-Boot aus abgefeuert wurde. Überreste eines nordkoreanischen Torpedos wurden in der Nähe des Untergangortes gefunden und konnten eindeutig mit einem Torpedo nordkoreanischer Bauart verglichen werden, der vor sieben Jahren sichergestellt worden sei. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak warf dem Nachbarland eine “militärische Provokation” vor. Gleichzeitig kündigte er scharfe Schritte gegen Nordkorea an. Auch der US-Präsident, Barak Obama, warf dem kommunistischen Land inakzeptables Verhalten vor. Ein Sprecher des Weißen Hauses drückte sich etwas deutlicher aus und sprach vom Akt der Aggression.
Einer nordkoreanischen Dissidentengruppe zufolge, versetzte der Diktator Kim Jong Il die Streitkräfte seines Landes in Kampfbereitschaft als seine Antwort auf die “Vorwürfe”.

Foto: Auszug aus dem offiziellen Untersuchungsbericht / Ministry of National Defence
Die nordkoreanische Nationale Verteidigungskommission teilte zusätzlich mit: Der totale Krieg, den wir unternehmen werden, wird ein Heiliger Krieg sein, der die gesamte Nation, das gesamte Volk und den gesamten Staat einschließt.
Auch die internationale Gemeinschaft wird wohl auf den Angriff reagieren müssen. Der australische Premier Kevin Rudd sagte: Die Ermittlungskommission hat schlüssige Beweise gesammelt, dass die Cheonan von einem in Nordkorea hergestellten Torpedo versenkt wurde. Fragmente des letzten wurden auf dem Meeresboden am Ort des Vorfalls gefunden. Diese feindselige und unprovozierte Handlung stellt eine eklatante Verletzung der Charta der Vereinten Nationen und des koreanischen Waffenstillstandsabkommens von 1953 durch Nordkorea dar. Die internationale Gemeinschaft kann nicht zulassen, diesen Vorfall ohne eine angemessene Reaktion zu belassen. Die australische Regierung arbeitet eng mit Südkorea und anderen Partnern zusammen und berät darüber, wie zu reagieren ist. Dies beinhaltet auch Maßnahmen des UN-Sicherheitsrates.
Die beiden koreanischen Staaten befinden sich seit dem Waffenstillstand von 1953 immer noch offiziell im Kriegszustand. An der Seegrenze hat es in der Vergangenheit immer wieder Gefechte gegeben.
Der offizielle Bericht zum Untergang der “Cheonan” (en)
Tags: 1953, 26.03.2010, Baengnyeong-Insel, Barak Obama, Cheonan, Cheonan Untersuchungsbericht, CHT-02D, Gelbes Meer, investigation, Investigation result on the sinking of ROKS "Cheonan", Kim Jong Il, Korvette Cheonan, Lee Myung Bak, Nordkorea, nordkoreanisches CHT-02D-Torpedo, PCC-722, Pohang-Klasse, RDX, Republic of Korea Navy, result, ROKN, ROKS, ROKS Cheonan (PCC-772), Südkorea, sinking, Uboot, Untersuchungsbericht, Yeono-Klasse, Yono-Klasse Category Kollision & Unfall, Marine, News, Sicherheit, Technolgie |
2010
05.19
Der Besuch der Fregatte „Sachsen“ (F 219) in Gdynia (Gdingen), in den Tagen 14-17. Mai, war sehr erfolgreich, bedenkt man, dass das Schiff eher inoffiziell in den polnischen Hafen einlief. Die an Bord von mir bestellten und vom Flottenkommando genehmigten Journalisten waren begeistert. Das Schiff, allem voran jedoch die Besatzung machten großen Eindruck. Tomasz Złotoś, Reporter des öffentlich-rechtlichen Fernsehen TVP Gdańsk meinte am Ende „Man hätte keinen besseren emotionalen Eisbrecher hierher schicken können. Dieser Besuch ist ein großer Schritt vorwärts in unserer nachbarschaftlichen Beziehung. Ich erwartete durchaus eine – gemessen an diesem Schiff – elitäre Crew. Aber so offene, herzliche und gleichzeitig professionelle Besatzung traf ich auf keinem NATO-Schiff, das diesen Hafen einlief.“
Auch die anderen fanden bemerkenswerte Lobesworte. Krystyna Romanowska, Psychologie-Redakteurin des exklusiven Frauenmagazins „Elle Poland“, die mit Soldatinnen der „Sachsen“ ein Interview machte, sagte am Ende die ganze Besatzung meinend: „Sie haben alle aus eigener Sanftmut ungeheure Stärke geschmiedet!“ Sie muss es wissen. Jahrelang begleitete sie journalistisch die polnische Marine, bevor diese der NATO beitrat. Sie arbeitete in den 90. Jahren als KFOR-Berichterstatterin in Kosovo, besuchte später regelmäßig norwegische, französische und britische Marinen und schrieb darüber. Der dreistündige Besuch der Journalisten gipfelte in einem Mittagsessen in der Offiziersmesse.

Foto: Fregatte SACHSEN in Gdingen / Leo Walotek-Scheidegger
Nachdem der offizielle Teil vorbei war, wurden der Kommandant, FKpt. Markus Nolte und sein I. Offizier, KKpt. Sven Beck unter meine und meiner Lebensgefährtin Fittiche genommen: wir zeigten ihnen Danziger Altstadt und Zoppot, die Geburtsstadt von Klaus Kinski. Während der Kommandant, ein frankophiler Mensch durch und durch, sich mit Krystyna auf Französisch unterhielt, blieben wir mit Herrn Beck bei der Muttersprache. Der Tag endete mit einem Abendmahl in einem Danziger Restaurant. Durchaus fand hier eine Prämiere statt: 26 deutsche Offiziere in Uniform unter Polen. Während des Abendessens wurden zwei Offiziere, die demnächst vom Bord gehen, mit Würde und Anerkennung verabschiedet. Dies waren KptLt. Robert Steinborn, der auf die „Gorch Fock“ wechselt und der Franzose, KptLt. (EV1) Francois-Xavier Pinget, der von allen liebevoll „Franz“ genannt wurde und der zur französischen Marine zurückkehrt.

Foto: Der Bordhubschrauber Sea Lynx MK 88A auf der Fregatte SACHSEN, Gdynia (Gdingen) / Leo Walotek-Scheidegger
Fregattenkapitän Markus Nolte sagte mir beim Abschied: „Die „Sachsen“ hat an diesem Wochenende, glaube ich, ihre Aufgabe als Botschafter unseres Landes in Polen sehr erfolgreich ausgefüllt und ist dem deutsch-polnischen gegenseitigen Verständnis nützlich gewesen“.
Ich würde sagen: mehr als das! Schon am Samstag wurde die Fregatte landesweit in den Nachrichten gezeigt, umrahmt von einem lobenden Kommentar. Pressebeiträge zu „Sachsen“ erscheinen in Polen in den kommenden Wochen.
Der TVP-Beitrag von Tomasz Złotoś ist unter dem Link zu sehen (ab der fünften Minute (05:05) kommt die “Sachsen”).
Tags: Die Marine, Elle, Fregatte Sachsen, Gdansk. Danzig, Gdingen, Gdynia, KFOR, Marine, Nasze Morze, NATO, Polen, Sopot, TVP, TVP Gdansk, Zoppot Category Hafen, Marine, News |
2010
05.13
Zwar passiert - im maritimen Sinne des Wortes- momentan viel auf der Welt: eine der wichtigsten wie tragischsten Ereignisse ist dabei die Ölpest im Golf von Mexico. Dennoch, vor meiner Reise nach Gdynia (Gdingen), wo ich die Fregatte “Sachsen” begrüßen werde, möchte ich all die Themen beiseite schieben, und… ein wenig über “die letzte Hoffnung” nachgrübeln.
Im Film sieht es immer so cool aus. Action und gelungene Aufnahmen sind da zuerst gefragt. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Fischer, ein Segler in den Himmel schaut und seine letzte Hoffnung ankommen sieht. Was muss das für ein Gefühl sein, soeben das eigene Schiff verlassen zu haben, sich im kühlen Wasser des Nordpazifik zu befinden, und zu wissen, dass es nur noch eine… düne rote Line zwischen einem selbst und der Ewigkeit gibt?
Der Fischer, der verzweifelt in seinem Rettungsanzug kämpft, um sich auf das von einer HC-130 Hercules abgeworfene Rettungsfloß zu hieven und der rote MH-60 Jayhawk, der ihn bergen wird. Mir kommen unweigerlich Rudyard Kiplings Zeilen in den Sinn:
Well it’s Tommy this and Tommy that
And Tommy how’s your soul?
But it’s the thin red line of heroes
When the drums begin to roll

Foto: Ein MH-60 Jayhawk setzt zur Rettung an / Petty Officer 1st Class Sara Francis
Die Rettungsaktion wurde am 20. April dieses Jahres im Golf von Alaska durchgeführt. Auf dem Bild sieht man den Jayhawk der USCG zur Bergung eines Mannes ansetzten, während dieser versucht, ins Innere des Rettungsfloßes zu klettern. Vier Männer der fünfköpfigen Besatzung des Fischkutters “Northern Belle” waren gezwungen Hals über Kopf das eigene Schiff zu verlasen, als dieses anfing, im rapidem Tempo zu sinken. Der Kapitän sandte das Notsignal “Mayday”, was seinen Männern das Leben rettete. Er selbst schaffte es nicht mehr und ging mit dem Trawler unter. Die unglaubliche Leistung des Rettungsschwimmers ist hier zu sehen: USCG-Movie.
Tags: Golf von Alaska, HC-130 Hercules, Jayhawk, Mayday, MH-60 Jayhawk, Northern Belle, Rudyard Kipling, US Cost Guard, USCG, Well it’s Tommy this and Tommy that And Tommy how’s your soul? But it’s the thin red line of heroes When the drums begin to roll Category Kollision & Unfall, Natur, News, USCG |
2010
05.12
In den Tagen 14-17. Mai besucht Fregatte “Sachsen” (F 219) den polnischen Hafen Gdynia (Gdingen). In dieser Zeit wird sie vom polnischen TV-Sender TVP Gdańsk, so wie von einigen Pressejournalisten besucht, die mehr über das Schiff und die Crew erfahren und darüber in den polnischen Medien berichten wollen.
Es ist mir eine Ehre, den Kommandanten, Fregattenkapitän Markus Nolte, und seine Offiziere auf einen Spaziergang durch die Danziger Altstadt mitnehmen zu dürfen.

Foto: Fregatte "Sachsen" in Wilhelmshaven, ihrem Heimathafen / Leo Walotek-Scheidegger
Das Schiff wurde im November 2004 - mit Heimathafen Wilhelmshaven - offiziell in Dienst gestellt. 2007 war “Sachsen” Mitglied der Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG 1).
2009, was nicht jeder weiß, nahm die “Sachsen” vor der Küste Floridas an der Übung UNITAS teil. Während dieser beteiligte sie sich am 29. April an der Versenkung des Zerstörers USS Conolly (DD-979). An der Übung nahmen außer ihr einige Helikopter, die USS Oscar Austin (DDG-79), die USS Donald Cook (DDG-75) und die Fregatte Lübeck (F 214) teil.
Tags: Elle Poland, Fregatte Sachsen, Gdingen, Gdynia, Nasze Morze, Sachsen, Standing NATO Maritime Group 1, TVP, TVP Gdansk Category Hafen, Kollision & Unfall, Marine, Natur, News, Piraterie, Sport, Tradition |
2010
05.05
Am 30. April verabschiedete feierlich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den bisherigen Inspekteur Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting aus dem Amt. Die Zeremonie, der auch die Carl Rudolph Bromme Gesellschaft beiwohnte, fand in der Flensburger Marineschule Mürwik statt. Das Kommando über die Marine würde an den neuen Inspekteur der Marine, Konteradmiral Axel Schimpf, übergeben.
Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, wurde an dem Abend mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Nolting geht nach 43 Dienstjahren - davon vier Jahre als Inspekteur der Marine - in den Ruhestand. Der Einfluss des Admirals auf die Marine wurde sichtbar in Guttenbergs Worten. Er lobte den 62-Jährigen als einen “Es ist mir eine Ehre, eine echte Legende verabschieden zu dürfen. Ich durfte die wenigen Monate mit ihm einen Admiral erleben, wie er im Buche steht“. Nolting habe Maßstäbe für die Marine im Einsatz gesetzt.
Diese Worte sind kaum eine Übertreibung. Vizeadmiral Nolting hat immer wieder maritime Themen in den Fokus der Öffentlichkeit und der Politik gerückt. Des Öfteren sprach er Punkte an, die andere nicht einmal in der heutigen Zeit für real hielten. So warnte er als einer der ersten in Deutschland vor einer Bedrohung der Seewege durch Piraterie, als viele noch darüber lächelten. Auch dies fand sich in der Rede des Ministers wieder.
Vizeadmiral Nolting betonte selbst in seiner Abschiedsrede vor rund 500 Gästen, Sorgen bereite ihm vor allem die materielle Ausstattung der Marine. Es fehle oft an Ersatzteilen. Zwar müsse die Marine die Konsolidierung der Bundeswehr mittragen, sie sollte dennoch als Teilstreitkraft auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden.

In der späteren Rede des Ministers, vor einem eher geschlossenem Publikum, wurde der Werdegang des Admirals mit einer guten Priese Humor unter die Lupe genommen (und dem Publikum preisgegeben). Hier glänzten sowohl der Minister, wie auch der “Abgänger”. Selbst in den privaten Gesprächen danach wurde es immer wieder - auch international - sichtbar. Hier ging es um den Lebensweg eines ungewöhnlichen Mannes.
Vizeadmiral Nolting unterstrich in eigenen Worten die Kompetenz, Bereitschaft und Professionalität der ihn begleitenden Offiziere, ohne die seine Arbeit nicht mit einem solchen Erfolg hätte beendet werden können.
Seine Worte machen Mut. Denn es wird der Marine in Zukunft sicherlich an Aufgaben nicht fehlen.
Tags: Axel Schimpf, Großer Zapfenstreich, Karl-Theodor zu Guttenberg, Konteradmiral, Marine, Marineschule Mürwik, Vizeadmiral, Wolfgang E. Nolting Category Marine, News, Tradition |
2010
04.22
Die Explosion und das anschließende Feuerinferno verursachten am Dienstag, den 20. April einen Totalschäden auf der Ölbohrplattform “Deepwater Horizon” des an der Schweizer Börse kotierten Unternehmens Transocean Ltd. Die Ölbohrplattform lag im Golf von Mexico, ca. 40 Seemeilen südöstlich der Ortschaft Venice entfernt (US-Bundesstaat Louisiana). Gestern war es noch nicht absehbar, wie lange die Flammen noch wüten würden. Bereits heute sank die schwer beschädigte “Deepwater Horizon”. US Coast Guard, die amerikanische Küstenwache, rettete vor dem Untergang der Plattform 115 der 126 Arbeiter der DH-Crew. 7 davon sind schwer verletzt und im kritischen Zustand. 11 weitere Personen werden noch vermisst.
Das Bild zeigt gestrigen Kampf der Löscheinheiten gegen lodernde Flamen. Die Ursachen der Explosion sind zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannt. Mehrere Hubschrauber, Flugzeuge und Rettungskreuzer der USCG suchen weiterhin nach den 11 vermissten DH-Mitarbeitern.
Es wurde bereits versucht - so das Unternehmen - mit Unterseerobotern Teile des Ausrüstung zu bergen, sowie den Ölfluss zu stoppen. Bislang blieben jedoch alle diese Versuche erfolglos, wie der Sprecher der Transocean Ltd mitteilte. Die Ölbohrplattform wurde 2001 in Südkorea gebaut. Den ersten Analysen zufolge würde ein Wiederaufbau der Förderinsel rund 600 Mio USD kosten. Die Tiefbohrungen, die die Deepwater Horizon durchführte, reichten bereits im September 2009 bis auf 10.685 Meter (35055 ft), Wassertiefe nicht eingerechnet (die an der Positionierungsstelle 1.258 Meter beträgt (4.130 ft). Laut BP ist das die bisher tiefste Öltiefbohrung weltweit. US Coast Guard und NOAA befürchten, dass aus dem unterseeischen Bohrloch täglich 1,13 Millionen Liter Rohöl ausströmen. In den Tanks der Plattform - die mit ihr sanken - befanden sich 2,5 Millionen Liter Diesel.

Foto: Feuerinferno auf Deepwater Horizon / US Coast Guard
Tags: Ölbohrinsel, Ölbohrplattform, Bohrinsel, BP, British Petroleum, Deepwater Horizon, Golf of Mexico, Golf von Mexico, Louisiana, Südkorea, Schweizer Börse, Transocean, Transocean Corporate, Transocean Ltd, U.S. Coast Guard, USCG, Venice Category Fotografie & Kunst, Hafen, Kollision & Unfall, Natur, News, Sicherheit, Technolgie, Ökologie |