Düsseldorfer “boot” geht zu Ende…

Sonntag, 31. Januar 2010 17:28

Heute ging in Düsseldorf die Wassersportmesse “boot” 2010 zu Ende. Neben einer Vielfalt von Superyachten, Yachten, Booten, Trawlern oder Kajaks und Kanus wurden auch Software, separate Ersatz- & Ausrüstungsteile sowie Rettungsmittel präsentiert. Der interessierte Besucher konnte eine neue Tragetasche mit Solarzellen bei o-range bags & solutions erwerben, sich nach einem Charter umsehen oder den maritimen Simulator zuhause mit professionellen Lösungsmöglichkeiten einer Schiffsbrücke aufstocken: Gerade die Marex-OS-Systeme von Rexroth für intuitives Manövrieren haben es in sich.
Unter den “klassischen” Künstlern sah man Franco Pace, aber auch die jüngere Generation rückte mit ihren Arbeiten ins Rampenlicht. So waren u.a. Unterwasserfotografien von Todd Essick  zu sehen, der mit seinen Meeresjungfrauen fürs Aufsehen sorgte. Helmut Horn und Norbert Probst haben nicht weniger aufregende Schnappschüsse gezeigt.

Selbst wenn manch ein Aussteller vom Vorjahr nicht mehr dabei war, haben die anwesenden zugegeben, in diesem Jahr endlich wieder den frischen Wind einer Hausse bemerkt zu haben. Die Erwartungen vieler Aussteller wurden übertroffen. Nach einem sehr schwierigen Wirtschaftsjahr 2009 blickt die Wassersportbranche wieder mit Zuversicht in die Zukunft.
boot 2010 wurde von über 240.000 Besuchern aus über 60 Ländern aufgesucht: Diese wurden sicherlich nicht enttäuscht. See you all next year!

Thema: Natur, Reisen, Segelschiffe, Sicherheit, Sport, Technolgie, Yachting | Kommentare (5)

Der Betriebsstofftanker “Spessart” läuft zu NATO-Verband aus…

Dienstag, 26. Januar 2010 9:43

Kiel - Am Sonntag, den 24. Januar, verließ der Betriebsstofftanker “Spessart” den Kieler Hafen, um sich der SNMG 2 (Standing NATO Maritime Group 2) anzuschließen. Der zum Trossgeschwader in Wilhelmshaven gehörende Tanker legte gegen 10 Uhr vom Marinestützpunkt in Kiel ab. Beim Auslaufen wurden die Besatzungen von zahlreichen Angehörigen und Freunden verabschiedet.
Vor den 42 zivilen Besatzungsmitgliedern der “Spessart” - darunter zwei Frauen, die derzeit zu Schiffsmechanikerinnen ausgebildet werden - liegt ein knapp sechsmonatiger Einsatz. Unter dem Kommando von Kapitän Wolfgang Schmid (61) wird der Betriebsstofftanker die Häfen von Kopenhagen (Dänemark), Aksaz (Türkei) und Civitavecchia (Italien) anlaufen.

Ab dem 11. März wird die “Spessart” dann in die SNMG 1 wechseln und die kanadischen Häfen von St. John’s, Quebec und Halifax anlaufen. Der Grund für den Wechsel in einen anderen NATO-Verband: Die SNMG 1 wird im Frühjahr nach Kanada fahren und benötigt für die Überquerung des Atlantiks eine verbandseigene Kraftstoffversorgung. Im Heimathafen Kiel wird die “Spessart” am 17. Juli 2010 zurück erwartet.

Foto: "Spessart" während der EU-Anti-Piraterie-Mission / Mass Communication Specialist Vincent J. Street NATO / PIZ Marine

Was versteckt sich unter den Begriffen: SNMG 1 & SNMG 2?

Standing NATO Maritime Group 1 - SNMG 1
Der Verband besteht aus sechs bis zehn Zerstörern und Fregatten nahezu aller NATO-Marinen. Er wurde bereits 1967 unter dem Namen Standing Naval Force Atlantic (STANAVFORLANT) gegründet. Im Januar 2005 erhielt er seine jetzige Bezeichnung. Aufgaben des Verbandes sind die Kontrolle und der Schutz strategisch wichtiger Seewege. Dazu operiert er vor allem im Nordatlantik und der Nordsee, kann bei Bedarf aber sofort in andere Krisengebiete verlegen.

Standing NATO Maritime Group 2 - SNMG 2
Die heutige SNMG 2 wurde 1992 unter dem Namen STANAVFORMED (Standing Naval Force Mediterranean) gegründet. Der hauptsächlich aus Fregatten bestehende internationale Verband operiert vor allem im Mittelmeer, kann bei Bedarf aber sofort in andere Krisengebiete verlegt und dort eingesetzt werden. Seine Aufgabe ist es, die Seewege im Mittelmeer zu überwachen und zu sichern. Über das Mittelmeer sind drei Kontinente miteinander verbunden. Mit seinen Ausgängen - der Meerenge von Gibraltar auf der westlichen sowie dem Suezkanal auf der östlichen Seite - spielt das Mittelmeer eine Schlüsselrolle im weltweiten Seeverkehr. Zudem sorgt der Verband durch seine Präsenz und verschiedene Kontrollmaßnahmen für die Sicherheit der Küstengewässer vor den Krisengebieten Nordafrikas und des Nahen Ostens.

Text: PIZ Marine

Thema: Hafen, Marine, News, Sicherheit | Kommentare (3)

“boot” 2010: Auf nach Düsseldorf…

Samstag, 23. Januar 2010 11:12

Zentrale Botschaft der “boot” lautet, wie immer wohl, „360° Wassersport erleben“. Dies stimmt durchaus, denn nirgendwo sonst kann einem eine solche Schlemmfülle an Wassersportausrüstung präsentiert werden. Ob Segelyacht oder Kajak, Angelrute oder Kanu, hier findet man… alles. Nicht zu vergessen ist auch gute Portion an professioneller Literatur: Unter anderem wird Delius Klasing Verlag seine Publikationen den Besuchern schmackhaft machen. Darunter gibt es viele Bücher, die nicht nur für eine Schlechtwetterperiode gedacht sind…
Die “boot” startet heute und wird bis zum 31.01 die gesamte Vielfalt des Wassersports und die Tops der kommenden Saison zeigen. Es bleibt somit nicht viel mehr zu sagen als: Auf, nach Düsseldorf!

Foto: Ein Cadillac aus Holland auf der boot / Leo Walotek-Scheidegger

Foto: Ein "Cadillac-Boot" aus Holland auf der "boot" / Leo Walotek-Scheidegger

Thema: News, Sport, Technolgie, Yachting | Kommentare (3)

Carl Rudolph Bromme Gesellschaft Leipzig e.V. online…

Donnerstag, 21. Januar 2010 16:35

Ab heute ist die offizielle Webpräsentation der Carl Rudolph Bromme Gesellschaft Leipzig e.V. online. Die Seite ist unter dem Domain-Namen zu finden:
www.bromme-gesellschaft.de
Die Gesellschaft, bei der auch ich mit an Bord bin, nahm sich zum Ziel den ersten deutschen Admiral, Carl Rudolph Bromme (1804-1860) bekannter zu machen, wie auch unsere Marine ein wenig “unters Volk” zu bringen.
Hiermit lade ich schon im Voraus alle herzlich ein, mehr über Bromme zu erfahren.

Thema: Marine, News, Segelschiffe, Tradition | Kommentare (2)

Bad & good news…

Dienstag, 19. Januar 2010 23:52

Während aus Somalia recht positive News - zumindest nach Griechenland - durchdringen, wurden die hiesigen Segler schockiert…

Somalische Piraten gaben den von ihnen vor sieben Wochen gekaperten griechischen Supertanker “Maran Centaurus” frei. Laut der europäischen Antipiraterie-Mission, Atalanta, setzte der VLCC schon gestern seine Reise fort. Dennoch, stressfrei wurde seine Freilassung nicht. Griechische Medien gaben an, dass rivalisierende Seeräuberbanden direkt nach dem Abwurf des Lösegeldes sich gegenseitig unter Beschuss nahmen. Glücklicherweise wurde kein Mitglied der 28-köpfigen Besatzung verletzt. Das Szenario soll trotzdem dramatische Züge angenommen haben.  “Maran Centaurus” wurde Ende November 2009 nordöstlich der Seychellen von den Somalis gekapert und unter ihrem Kommando an die Küste Somalias gebracht.

Soweit die guten News. Die schlechten betreffen Bernt Lüchtenborg. Aufgrund “erheblicher Zweifel an den Logbucheintragungen und den Reiseverlaufschilderungen des Herrn Bernt Lüchtenborg” wurde ihm der”Trans-Ocean”, den er 2005 bekam, aberkannt. Man sei der Meinung, “Lüchtenborg sei, entgegen seinen Schilderungen, offenbar niemals in der Antarktis gewesen.”
Die “Eilmeldung“, die auf der Website des Trans-Ocean am 15.01 erschien, teilt mit: Mit Beschluss vom 11.01.2010 hat der Vorstand, nach Rücksprache mit der Jury, die 2005 über die Vergabe des „Trans-Ocean“ Preises entschieden hatte, soweit die Jurymitglieder noch im Amt sind, entschieden, den „Trans-Ocean“ Preis 2005 Herrn Bernt Lüchtenborg abzuerkennen.

Mag sein, viele haben schon länger ihre Zweifel und Einwände hierzu geäußert. Schockierend ist es dennoch; gerade, weil das Meer angeblich den Charakter positiv umschmieden solle. Ob Tiger Woods oder Bernt Lüchtenborg… neue Helden braucht das Land. Und vor allem der faire Sport.

Thema: News, Piraterie, Sicherheit, Sport, VLCC, Yachting | Kommentare (5)

Über 1.000.000 aus Seenot gerettete Menschen…

Sonntag, 3. Januar 2010 12:29

2010 könnte auf 4mare.com durchaus mit “Schlagzeilen” anfangen. Dabei wären sie nicht unbedingt reisserisch: Weiterhin geraten Seeleute mitsamt ihren Schiffen in unangenehme Situationen; nicht nur das Wetter, auch die Piraterie setzt ihnen zu. Auch “rund ums Schiff am Land” sieht es wirtschaftlich immer noch nicht rosa aus. Werften, Zulieferer, Reedereien und last but not least Angestellte haben nicht unbedingt eindeutig positive Perspektiven vor dem Bug…

Neues Jahr, neue Hoffnungen, neue Vorsätze. Positives Denken und ebensolche Taten: Weltweit bemühen sich mehrere Organisationen, Dienste, Seenotrettungsorganisationen,  Küstenwachen, Teilstreitkräfte und Gesellschaften um die Rettung in Seenot geratener Menschen. Bei uns ist es die DGzRS, die seit ihrer Gründung 1865 bis Ende 2008 knapp über 75.500 Menschen aus Seenot rettete oder aus lebensbedrohenden Situationen befreite.

In diesem Zusammenhang darf die amerikanische USCG (US Coast Guard) genannt werden: Ihr riesiger Aktionsradius wird ersichtlich, wenn man sich die Küstenlinien des Landes anschaut. Sie scheinen beinahe “edlos” zu sein, zumindest, wenn man sich unsere mikrigen europäischen Verhältnisse vor Augen hält. Kaum zu glauben und dennoch wahr: Seit 1790 (ink. das Jahr 2009) rettete die USCG über eine Million Menschenleben!

Foto: Rettungskreuzer (Coast Guard Cutter) Forward in der Base Support Unit Portsmouth am 30.12.09. Die Mehrzweckkutter patrollieren entlang der Küste von Maine, Florida, bis in die Karibik / Petty Officer 2nd Class Andrew Kendrick

Foto: Rettungskreuzer (Coast Guard Cutter) "Forward" nach der Weihnachtsfeier, in der Base Support Unit Portsmouth am 30.12.09. Die Mehrzweckkutter operieren entlang der Küste von Maine, Florida, bis in die Karibik / Petty Officer 2nd Class Andrew Kendrick

US Coast Guard wurde am 28. Januar 1915 durch die Zusammenlegung von Revenue Cutter Service (Zollkutterdienst) und Life Saving Service (Seenotrettungsdienst) gebildet. Der Zollkutterdienst wurde 1780 auf Beschluss des Kongresses der Vereinigten Staaten als Revenue Marine (Zollmarine) zur Bekämpfung von Schmugglern und Piraten an der amerikanischen Ostküste aufgestellt. Als 1789 die US Navy gegründet wurde, wurde die Revenue Marine als Revenue Cutter Service weitergeführt.

Erklärtes Ziel der USCG ist sowohl die öffentliche Ordnung als auch der Schutz der Umwelt, sowie die Durchsetzung wirtschaftlicher wie sicherheitspolitischer Interessen der Vereinigten Staaten innerhalb eigener Küstengebiete, Binnengewässer und Häfen. Zu sonstigen Augaben der USCG gehört auch die Aufrechterhaltung sämtlicher Navigationseinrichtungen auf den Meeren (assistance to navigation, sogenanntes ATON).

Ungefähr 38.000 Männer und Frauen stehen im Dienst der amerikanischen Küstenwache. Zusätzlich stehen ihr zur Verfügung ca. 8.000 Reservisten und rund 35.000 Mann Unterstützungspersonal.

Der Wahlspruch der US Coast Guard lautet Semper paratus (lat.: Allzeit bereit).

Coast Guard’s top 5 videos of 2009 from Alaska

Thema: Hafen, Kollision & Unfall, Marine, Natur, News, Sicherheit, Technolgie, Tradition | Kommentare (6)

Marry Christmas…

Dienstag, 22. Dezember 2009 14:24

Die Pause dauerte doch etwas länger als geplant und jetzt… weihnachtet es schon eigentlich. Somit:
Besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2010 für alle Besucher des maritimen Bloges!

Wir “sehen” uns im Januar wieder,
Leo

Thema: Allgemein | Kommentare (10)

One night in Bangkok…

Samstag, 12. Dezember 2009 2:13

Eigentlich sind es schon mehrere Nächte (und Tage), auch außerhalb dieser magischen Stadt. All die Eindrücke, wach gewordene Erinnerungen an die frühere Asien-Zeit liesen sich mittlerweile in mindestens einem guten Artikel verfassen. Bilder der erlebten Momente, dessen bin ich mir sicher, dürften selbst einen Storyteller in die Schranken weisen.
Bald also “meer” von und über die city don’t know that the city is getting, wie im Evergreen ol` good Murray die Stadt der Engel besingt…

Foto: Im Dusit Thani Chatrium am Chao-Phraya-Strom / by himself

Foto: Bangkok, im Dusit Thani Chatrium am Chao-Phraya-Strom / Leo by himself

Thema: News, Reisen | Kommentare (10)

Kurze Pause…

Sonntag, 6. Dezember 2009 19:42

Da ich mich beruflich bis zum 15.09 in Südostasien aufhalte, gibt es bis dahin keine neuen Beiträge bei 4mare.com. Im Voraus bedanke ich mich für Ihr Verständnis.
Bleiben Sie gesund und genießen Sie die Vorweihnachtszeit!
Bis bald,
Leo

Foto: An Bord der Gorch Fock / Leo Walotek-Scheidegger

Foto: An Bord der "Gorch Fock" / Leo Walotek-Scheidegger

Thema: Allgemein | Kommentare (2)

Maran Centaurus, ein weiterer VLCC (Supertanker) entführt

Montag, 30. November 2009 23:49

Somalische Piraten haben zum zweiten Mal einen VLCC (Supertanker) enführt. Vor der Küste Ostafrikas kaperten sie bereits am Sonntag die “Maran Centaurus”, einen griechischen Supertanker (Heimathafen Piräus). Die Besatzung des Schiffes besteht aus 28 Mann, darunter sind neun Griechen, zwei Ukrainer, ein Rumäne und 16 Philippiner. Der Sprecher der EU-Mission “Atalanta” bestätigte heute (Montag, den 30.11) die Entführung. Der 300.000-Tonnen-Gigant war mit saudiarabischem Rohöl auf der Route rund ums Afrika in die USA. Der Überfall ereignete sich ca. 1.300 Kilometer von der somalischen Küste entfernt.

Foto: US boarding team von der USS Chosin übt im Golf von Aden / U.S. Navy photo bei Mass Communication Specialist 1st Class Brandon Raile

Foto: US boarding team von der USS Chosin übt im Golf von Aden / U.S. Navy photo bei Mass Communication Specialist 1st Class Brandon Raile

Atalanta zufolge habe einer der rangchöhsten Offiziere des Schiffes telefonisch die Zentrale der griechischen Küstenwache informiert, die die Information u.a. an das greichische Außenministerium leitete. Allen Besatzungsmitglieder solle es gut, den Umständen entsprechend, gehen. Die griechische Fregatte “Adrias”, die an der Antalanta teilnimmt, versuche - griechischen Medienberichten zufolge - den gekaperten Tanker zu lokalisieren um den Piraten den Weg nach Somalia abzuschneiden.
Der erste Supertanker, den die Somalis entführen konnten war die saudische “Sirius Star“.

Thema: Marine, News, Piraterie, Sicherheit, VLCC | Kommentare (3)